Wissenschaft vom Lebendigen

Herausgegeben von Thomas Harms, Ingo Diedrich, Wolfram Ratz, Marc Rackelmann und Beatrix Teichmann-Wirth

»Was ist Leben?« – Dies ist die zentrale Frage, der der Psychoanalytiker, Arzt und Sozialkritiker Wilhelm Reich (1897–1957) in seinem Schaffen nachgegangen ist. Die Suche nach den tieferen Gesetzmäßigkeiten der Entfaltung und Blockierung des Lebendigen war der rote Faden, dem Reich konsequent folgte. Dabei hielt er sich nicht an die strikten Grenzen von einzelnen Disziplinen. Neben Beiträgen in den Sexualwissenschaften, der Psychotherapie, der Säuglings- und Faschismusforschung, in denen er wesentliche Beiträge verfasste, reichten seine ganzheitlichen Human- und Naturforschungen auch in die Mikrobiologie, die Krebsforschung, die Lebensenergieforschung sowie Meteorologie hinein.

Reichs Arbeiten wurden bereits zu seinen Lebzeiten angegriffen, verhöhnt und vernichtet: Die Nazis verbrannten seine Werke, und in den 1950er Jahren wurden seine Bücher in den USA auf Verfügung eines amerikanischen Gerichts hin zerstört. Mit der Jugend- und Studentenbewegung der späten 1960er Jahre erlebten Reichs Forschungen – allen voran seine Sexualforschungen und psychotherapeutischen Konzepte – jedoch eine erste Renaissance. In den 1980er und 1990er Jahren stand dann die Aufarbeitung seiner naturwissenschaftlichen Forschungen im Mittelpunkt des Interesses. Obwohl Reichs Arbeiten auch heute noch eine große Faszination und Innovationskraft haben, scheint die weitere Öffentlichkeit kaum noch Notiz von seinen Forschungen zu nehmen.

Die Reihe »Wissenschaft vom Lebendigen« möchte die Vielfalt und den inneren roten Faden der Forschungen Reichs aufzeigen und zur Diskussion stellen. Die Arbeiten Reichs sollen dazu im Lichte der heutigen Neuro-, Bindungs-, Trauma- und Psychotherapieforschungen wie auch der aktuellen soziologischen und philosophischen Diskurse auf ihren Erkenntnisgehalt hin neu beleuchtet und erörtert werden.

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