Rolf Haubl, Elmar Brähler (Hg.)

psychosozial 110: Neue moderne Leiden. Krankheit und Gesellschaft

(30. Jg., Nr. 110, 2007, Heft IV)

Cover psychosozial 110: Neue moderne Leiden. Krankheit und Gesellschaft

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Zeitschrift: psychosozial (ISSN: 0171-3434)

Verlag: Psychosozial-Verlag

144 Seiten, Broschur, 165 x 240 mm

Erschienen im Januar 2008

ISBN-13: 978-3-8980-6872-7, Bestell-Nr.: 872

Unter dem Eindruck des Zweiten Weltkrieges hat die Weltgesundheitsbehörde eine Definition von Gesundheit vorgelegt, die eine nicht einlösbare regulative Idee formuliert: Ihr zufolge ist Gesundheit nicht einfach die Abwesenheit von Krankheit, sondern ein Zustand völligen körperlichen, psychischen und sozialen Wohlbefindens. Diese Definition impliziert eine Kritik an der naturwissenschaftlichen Medizin: Kritisiert wird, dass eine solche Medizin Krankheiten über Abweichungen von einem normalen organischen Funktionieren diagnostiziert, wobei sie suggeriert, die dafür benötigten Funktionsnormen seien objektive Sachverhalte. Ein weiterer Kritikpunkt stellt heraus, dass sich die Organmedizin zwar mit Krankheiten auskennt, nicht aber mit Kranken. Es sind aber konkrete Menschen, die erkranken, und konkrete Menschen, die organische Funktionsnormen festlegen und Abweichungen davon interpretieren: Patienten auf der einen, Mediziner auf der anderen Seite. Folglich muss ein qualifizierter Gesundheits- oder Krankheitsbegriff das Erleben eines Menschen ebenso berücksichtigen wie die gesellschaftlichen Verhältnisse, in denen er lebt. Gesundheit und Krankheit verlangen eine ganzheitliche und das heißt: biopsychosoziale Betrachtung.

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Diese Publikation enthält:

Inhaltsverzeichnis

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Inhalt

Schwerpunktthema: Neue moderne Leiden. Krankheit und Gesellschaft

Editorial
ELMAR BRÄHLER & ROLF HAUBL

Elektrosensibilität – vom Leiden an einer Krankheit, die es nicht gibt.
Über die Wirklichkeit des Möglichen in der Risikogesellschaft
ARMIN GÜNTHER

Wenn Leistungsträger schwach werden.
Chronische Müdigkeit – Symptom oder Krankheit?
ROLF HAUBL

Fit for Fun – »Sexuelle Funktionsstörungen« in der Spaßgesellschaft
ILKA QUINDEAU

»Wir schauen nach, ob auch alles in Ordnung ist.«
Kritische Anmerkungen über Machbarkeitsfantasien zur Schwangerschaft und die Planbarkeit des Lebens
YVONNE BRANDL

Entgrenzung und Begrenzung durch Medikalisierung.
Das Beispiel Schmerz
KATHARINA LIEBSCH

Die Ver-Körperung des Krieges.
Trauma zwischen Klinik und Politik
FRANZISKA LAMOTT

Moderne Leiden im Überblick
SUSANNE GOLDSCHMIDT & ELMAR BRÄHLER

Aus Forschung und Praxis

Eigentore – Zur ideologischen Funktion des Fußballsports
GERHARD VINNAI

BodyModification als modernes Mannbarkeitsritual
ERICH KASTEN

Ernst Federn (26.08.1914–24.06.2007)
Erinnerung an einen Pionier der psychoanalytischen Pädagogik und Sozialarbeiter
ROLAND KAUFHOLD

Rezensionen

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