Ludwig Janus (Hg.)

Geboren im Krieg

Kindheitserfahrungen im 2. Weltkrieg und ihre Auswirkungen

Cover Geboren im Krieg

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Buchreihe: edition psychosozial

Verlag: Psychosozial-Verlag

324 Seiten, Broschur, 148 x 210 mm

2. Aufl. 2012

Erschienen im Dezember 2006

ISBN-13: 978-3-8980-6567-2, Bestell-Nr.: 567

Die Erforschung von frühen traumatischen Belastungen in Kriegszeiten hat große Fortschritte gemacht und den Fokus auch auf deutsche Kindheiten im II. Weltkrieg gerichtet. Während nach dem Krieg strenge Erziehungspraktiken die Verarbeitungsmöglichkeiten einschränkten und somit die Folgen von Belastungen verschlimmerten, beginnen jetzt im Alter ehemalige Kriegskinder zu sprechen.
Dieses Buch enthält Erlebnisberichte, bewegende Dokumente von Psychotherapeuten über die Erfahrungen aus ihrer eigenen Kriegskindheit und Beispiele aus psychotherapeutischen Behandlungen, Beispiele von künstlerischen und schriftstellerischen Verarbeitungen und repräsentative Forschungsberichte zu den Folgen von traumatischen Belastungen, Verlusten und Vaterlosigkeit.
Diese Zusammenstellung hilft, das durch Krieg verursachte Leid in einer erweiterten Dimension zu verstehen und bietet zudem Ansatzpunkte, die 68er Zeit und weitere gesellschaftliche Entwicklungen bis heute neu zu interpretieren.

Inhaltsverzeichnis

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Inhaltsverzeichnis
Einleitung

Literarische und künstlerische Verarbeitung von Kindheitserfahrungen im Zweiten Weltkrieg

Irmgard Hierdeis:

Vier Geschichten aus dem Buch »Der erste Schultag«

Dietmar Schmeiser:
»Bunsenstraße Nr. 3 – Kindheit in den Ruinen einer Großstadt«

Sophie Brandes:
Impressionen aus dem Roman »Aus einem dunklen Garten«

Hildegard Parekh:
»Die Katastrophe« – Malerei als reinszeniertes Trauma

Sophie Brandes:
Literarische Verarbeitung von Kriegs- und Nachkriegskindheit

Empirische Forschung zu den Folgewirkungen von Kriegserfahrungen bei Kindern

Michael Ermann, Christa Müller:

Not und Notwendigkeit des Erinnerns – Kann und soll man die Kriegskindheit nach 60 Jahren noch erforschen?

Matthias Franz:
Die biografische Langzeitwirkung kriegsbedingter Vaterlosigkeit – Befunde aus der Mannheimer Kohortenstudie

Insa Fooken:
»Späte Scheidungen« als späte Kriegsfolgen? Kriegskindheitserfahrungen und Beziehungsverläufe

Sepp Schindler:
Entwicklung im Krieg. Empirische Daten zu Einflüssen auf die Kindheitsentwicklung

Qualitative Forschung zu den Auswirkungen der Kriegserfahrungen von Kindern

Herta Betzendahl:
Psychophysische Auswirkungen des Krieges auf deutsche Kinder des Zweiten Weltkrieges

Helga Spranger:
Das Amfortas-Syndrom – Nicht befragte Kriegskindschicksale

Berichte über Kindheitserfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg

Rose Drescher-Schwarz:

»Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen …« (R. M. Rilke) – Wie in Übertragung, Reinszenierung, Farbe, Form, Körperempfindung und Bewegung die früheste Vergangenheit allmählich wieder Gestalt gewinnt

Dorette Poland:
Unterwegs geboren – Auswirkungen auf meine Biografie

Ute Heimes-Gnoerich:
Kriegsbedingte vorgeburtliche und geburtliche Ereignisse und ihre lebensgeschichtlichen Auswirkungen

Walter Gontermann:
Geboren im Krieg – Erfahrungen aus der Kriegs- und Nachkriegszeit und ihr lebensgeschichtlichen Auswirkungen. Schwangerschaft und Geburt im Krieg oder »Inferno«

Gerhard Rudnitzki:
Kriegserinnerungen als Herausforderung: Verschämt schweigen oder unverblümt erzählen?

Transgenerationelle Verflechtungen

Peter Heinl:

Die Ungnade der späten Geburt: Der Hundertjährige Krieg in den Katakomben des Unbewussten

Charlotte Schönfeldt:
Kriegskinder und transgenerationelle Verflechtungen – Verdeutlicht anhand von Eriksons psychosozialem Entwicklungsmodell

Der Kontext der Erziehung

Ute Althaus:

Krieg im Kinderzimmer – Zur Psychopathogenese eines Nazitäters

Uwe Langendorf:
»Kinder – hart wie Kruppstahl« – Über die Instrumentalisierung der Kindheit für den Krieg im Nationalsozialismus

Psychohistorische Zusammenhänge

Hans-Jürgen Wirth:

Kriegskinder an der Macht – Die Folgen traumatischer Erfahrungen in der Politik

Ludwig Janus:
Frühe Wurzeln der Gewalt – Psychohistorische Zusammenhänge von Kriegsinszenierungen und Kriegskindheit

Rezensionen

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Wege zum Menschen. Zeitschrift für Seelsorge und Beratung, heilendes und soziales Handeln 03/2008

Rezension von Prof. Dr. Anne Steinmeier

»Dieses lesenswerte Buch zeigt, wie wichtig die Erforschung der Kriegskindheit und ihrer Folgen ist, mitsamt der Lektüre der Träume, des Fremden und nicht Dekodierbaren, um Verantwortung zu übernehmen für die eigene Lebensgeschichte, aber ebenso für das gemeinschaftliche und politische Zusammenleben…« [mehr]

Jahrbuch Literatur und Psychoanalyse 2008

Rezension von Wolf Wucherpfenning

»Die hier versammelten Aufsätze gehören unterschiedlichen Textsorten an, sie sind von unterschiedlichem Informationswert, die wissenschaftlichen Beiträge folgen unterschiedlichen Methoden, das buntscheckige Inhaltsverzeichnis erschwert den Überblick eher, als dass es ihn erleichtert. Dennoch ist das Buch wichtig, nicht nur wegen vieler Einzelerkenntnisse, sondern weil es deutlich macht, dass reflektierendes, analysierendes Erinnern einen transgenerationalen ›Raum des Fühlens‹ öffnet, in dem sich Identität bildet…« [mehr]

Psychologie Heute, Mai 2007 34.Jg.

Rezension von Christine Weber-Herfort

»Mehr als 60 Jahre nach dem Ende dieses Krieges nimmt die Öffentlichkeit Notiz von den Schicksalen der Kriegskinder, stellen Psychologen fest, dass Depressionen oder Panikattacken auch die Folgen von traumatischen Kriegserlebnissen sein können. (...) Dass sich die Wissenschaft für das Thema öffnet, zeigt der Sammelband »Geboren im Krieg«, in dem die Referate einer interdisziplinär angelegten Tagung vom November 2005 zusammengefasst sind – ergänzt durch Beiträge von Künstlern, die eindrucksvoll erzählen, wie sie kriegstraumatische Erfahrungen in ihren Werken verarbeiten…«

Ekz-Informationsdienst

Rezension von Obsen

»…« [mehr]