Dori Laub

Eros oder Thanatos? Der Kampf um die Erzählbarkeit des Traumas

Psyche, 2000, 54(9-10), 860-894

Cover Eros oder Thanatos? Der Kampf um die Erzählbarkeit des Traumas

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Verlag: Klett Cotta/Psychosozial-Verlag

Erschienen im Januar 2000

Bestell-Nr.: 51397

Es wird der Versuch unternommen, die klinische Erfahrung schwerer Traumatisierung (Behandlung von Holocaust-Überlebenden) mit Hilfe von Freuds Konzept des Todestriebs theoretisch zu fundieren. Auf individueller Ebene ist das wesentliche Merkmal extremer Traumatisierung das Scheitern der empathischen Verbindung zwischen Täter und Opfer. Der durch das Trauma hervorgebrachte leere Kreis - ein Gefühl fehlender Struktur und Repräsentation - wird noch vor der Spaltung in gute und böse Objekt-Imagines angesiedelt. Die Hauptmerkmale eines schweren Traumas werden gesehen in seiner amorphen Präsenz, die nicht durch Raum, Zeit und Handlung eingegrenzt ist, einer spezifischen Einfärbung und Formung der gesamten inneren Repräsentation von Realität über mehrere Generationen als unbewusstes Strukturprinzip sowie einem totalen Nicht-Wissen, einer Auslöschung der Erinnerung an das Trauma. Diese Auffassung wird anhand ausführlicher Falldarstellungen verdeutlicht. (c) Psyindex.de 2009 alle Rechte vorbehalten