Dietmut Niedecken

Zur Selbstreferenz des Bewußtseins. Oder: Wie konstituiert sich das Subjekt einer Szene?

Psyche, 2002, 56(9-10), 922-945

Cover Zur Selbstreferenz des Bewußtseins. Oder: Wie konstituiert sich das Subjekt einer Szene?

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Verlag: Klett Cotta/Psychosozial-Verlag

Erschienen im Januar 2002

Bestell-Nr.: 51315

Daniel Sterns Auffassung einer primären psychischen Abgegrenztheit des Säuglings von seiner Umwelt wird kritisch hinterfragt. Diese Auffassung wird mit D. W. Winnicotts Konzept einer vorgängigen Erfahrung der Ungeschiedenheit kontrastiert. Anschließend wird Alfred Lorenzer diskutiert, der mit seiner Theorie der Interaktionsformen als leib-seelische Gebilde die Vorstellung einer ursprünglichen Subjekt-Objekt-Trennung aufgibt und zugleich die Grenze zwischen Natur- und Kulturwissenschaft, zwischen Neurophysiologie und Psychoanalyse, aufhebt. Das Beispiel okkulter Phänomene (Erfahrung mit einer Hellseherin) dient dazu, das Zusammenspiel von dyadischen Reiz-Reaktions-Zirkeln zwischen Mutter und Kind zu verdeutlichen und zu zeigen, wie die Partizipanten einer Dyade sich in einer totalen Identität mit der Szene befinden. Mit Lorenzer und unter Hinzuziehung neurophysiologischer Untersuchungen wird dargelegt, dass erst mit dem Spracherwerb, im Herausdifferenzieren von Selbst- und Objektrepräsentanzen, das Subjekt sich selbstreferentiell als Subjekt einer Szene erkennen kann und sich als Subjekt konstituiert. (c) Psyindex.de 2009 alle Rechte vorbehalten