Béatrice Ithier

Die Passion der Spuren (PDF-E-Book)

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26 Seiten, PDF-E-Book

Bestell-Nr.: 40601

DOI: https://doi.org/10.30820/0075-2363-2023-2-111
In diesem Artikel geht es mir darum, zu zeigen, wie die Chimäre, so wie ich sie verstehe, aus der beunruhigenden Begegnung der traumatischen Spuren der beiden Protagonisten resultiert, was in einem Prozess der Reverie, ja in einem halluzinatorischen Prozess der Entstehung eines Geschöpfes stattgibt, das aus der emotionalen Glut ihres traumatischen Lehms hervorgeht. Obwohl ich Michel de M’Uzans Auffassung der Depersonalisation aufgreife, möchte ich gerne zeigen, wie sich die Auffassung meiner mit sensorischer Qualität angefüllten Chimäre von der seinen unterscheidet. 2016 sprach ich von einem unbewussten heimlichen Einverständnis der traumatischen Spuren der beiden Protagonisten, aus denen sie meines Erachtens entsteht. Diese Auffassung schien mir der Frage nach der subjektiven und der intersubjektiven Wirkung der beiden Protagonisten in der Sitzung eine neue Stellung zu geben, die bis in ihr tiefstes Inneres reicht, da dieses »sagenhafte Geschöpf« gemäß dem eigenen Ausdruck von de M’Uzan zwischen ihnen während einer Reverie des Analytikers entsteht und sich in einer Depersonalisation ausweitet. Sie entsteht nicht nur aus dem Dispositiv, das die emotionale Wahrheit des Patienten und des Analytikers empfängt, sondern sie vollendet auch das Erreichen von O, jener letzten Realität, durch welche der Analytiker sein Ich abschafft, indem er allein eins wird mit den Emotionen des Patienten. Indem ich in einem ersten Abschnitt detailliert die Metapsychologie aufgreife, durch welche de M’Uzan seiner Konzeption der Chimäre eine neue Fassung gibt, dann die von James Grotstein, der auf der Wirkung der projektiven Identifizierung beharrt, möchte ich seine Konfrontation mit dem Klein’schen Ansatz im Namen einer Konzeption des ›Vital-Identitalen‹ angehen, welche ein von unerhörten Energien durchzogenes Feld der Selbsterhaltung abgrenzt. Mithilfe eines Beispiels werde ich zu zeigen versuchen, dass, wenn dieses Geschöpf aus dem Tiefsten der Intimität eines jeden Gliedes des Paares hervorgeht, es aus größter Ferne kommt und die Spezies in ihren den Übergangscharakteren des Infantilen, welche die Geburt des Objekts beherrschen, entsprechenden affektivsten Akzenten vermischt. Ich werde dann einen Weg nehmen, der die Freud’schen Erinnerungsspuren des Jahres 1896 mit der Zurückweisung der Erinnerung in der Sitzung bei Bion zugunsten des O verbindet, dieser in der Erfahrung des Einsseins oder »at-one-ment« erreichten letzten Realität, wenn der mit dem emotionalen Erlebnis des Patienten konfrontierte Analytiker aus seinen eigenen entsprechenden emotionalen Ressourcen schöpft. Ein detailliertes Beispiel einer Chimäre wird dafür den Nachweis erbringen.

Abstract:
In this paper I will try to show how the chimera, as I understand it, is the result of an unsettling encounter between the traumatic traces of the two protagonists, culminating in a process of reverie, a process, indeed, of hallucinatory emergence, in which a creature emerges from the emotional embers of their traumatic clay. Although I take up Michel de M’Uzan’s notion of depersonalization, I would like to show how my understanding of a chimera filled with sensory qualities is different from his. Back in 2016, I spoke of the unconscious and clandestine agreement of the traumatic traces of both protagonists, from which I think it emerges. This conception seemed to me to reposition the question of the subjective and intersubjective effect of the two protagonists in the session, reaching into their deepest interior, since this »mythical creature«, to use de M’Uzan’s words, emerges from in between them during the analyst’s reverie, expanding into depersonalization. Not only does it arise from the dispositif that contains the emotional truth of the patient and of the analyst, but it also completes the attainment of O, that ultimate reality by which the analyst abolishes their ego by becoming one exclusively with the emotions of the patient. In the first section I will discuss in detail the metapsychology from which de M’Uzan recasts his conception of the chimera, followed by that of James Grotstein, who insists on the agency of projective identification, and finally I will address de M’Uzan’s challenge to the Kleinian approach through his conception of the »vital-identital«, which delineates a field of self-preservation infused with unheard-of energies. With the help of an example, I will try to show that when this creature emerges from the very deepest intimacy of each couple, it comes from the greatest distance and mixes the species based on what is most affective in the transitional characters of the infantile. I will follow a path that connects the Freudian memory traces of 1896 with Bion’s rejection of memory in the session in favor of O – that ultimate reality achieved through the experience of oneness or »at-one-ment« when the analyst, confronted with the patient’s emotional experience, draws on his or her own corresponding emotional resources. Evidence for this will be provided by a detailed example of a chimera.