Ofra Eshel

Überlegungen zur Intuition (PDF-E-Book)

Vom Wissen und Träumen zum ›In-tu-it‹-Sein

Cover Überlegungen zur Intuition (PDF-E-Book)

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20 Seiten, PDF-E-Book

Bestell-Nr.: 40600

DOI: https://doi.org/10.30820/0075-2363-2023-2-91
Den Begriff der intuition, der weithin anhand der Kant’schen Definition17 als die Berührung mit der Wirklichkeit ohne die Vermittlung rationalen Denkens gefasst wird, wurde von Bion in den psychoanalytischen Wortschatz zurückgeholt. Im Mittelpunkt des vorliegenden Aufsatzes steht Bions Terminus der Intuition, wie er in dessen späten Schriften dargelegt ist, insbesondere in den kontrovers diskutierten Notes on Memory and Desire (1967b), in denen Bion mit Macht seiner radikalen Forderung Ausdruck verleiht, Erinnerung, Wunsch, Bewusstsein von Sinneseindrücken und sogar Verstehen zu suspendieren, um zu vermeiden, »die Intuition des Psychoanalytikers von der Realität, mit der er ineins sein muss, zu beeinträchtigen«. Auf diese Weise tritt der Analytiker18 mit dem Patienten in intuitiven Kontakt und ein In-eins-Sein mit einer zuinnerst verstörenden psychischen Realität, die der Patient aus eigener Kraft nicht zu ertragen imstande ist. Die Autorin erläutert die grundlegende Bedeutung, die diesem ontologisch-intuitiven Ansatz des In-der-Erfahrung-Seins anstelle eines epistemologischen Ansatzes zukommt, wenn innerhalb von nicht-verdrängten und unrepräsentierten unbewussten Zuständen gearbeitet wird, die eng mit den in Winnicotts und Bions späten Schriften thematisierten frühen Zusammenbrüchen und seelischen Katastrophen sowie den zum Schutz vor ihnen aufgebauten massiven Abwehrorganisationen zusammenhängen. Die klinische Veranschaulichung beschreibt das Intuieren als ein Sein ›in-tu-it‹19, das heißt hinein in die unbekannte, undenkbare und nicht-kommunizierende seelische Wirklichkeit des Patienten und das allmähliche Werden einer gelebten, neuen emotionalen Erfahrung.

Abstract:
Intuition, which is widely defined by Kant’s definition as the contact with reality without the brokerage of rational thinking, was brought back by Bion to the psychoanalytic vocabulary. The present paper focuses on Bion’s term of intuition as presented in his late writings, and particularly in his controversial paper Notes on Memory and Desire (1967b), which powerfully expresses Bion’s radical requirement to suspend memory, desire, awareness of sense impressions, and even understanding in order to prevent any »hindrance to the psychoanalyst’s intuition of the reality with which he must be at one«. In this way, the analyst enters with the patient into intuitive contact and being-at-one-with an innermost disturbing psychic reality that the patient, on his own, is unable to bear. The author expands on the fundamental significance of this ontological-intuitive approach of being in the experience, rather than an epistemological one when working within unrepressed and unrepresented unconscious states, which are closely connected to Winnicott’s and Bion’s late writings on early breakdown and mental catastrophe, and the massive defense organizations constructed to protect against them. The clinical illustration describes being in-tu-it (intuit) the patient’s unknown, unthinkable and non-communicating psychic reality, and the slow becoming of a lived, new emotional experience.