Günter H. Seidler, Wolfgang U. Eckart (Hg.)

Verletzte Seelen

Möglichkeiten und Perspektiven einer historischen Traumaforschung

Cover Verletzte Seelen

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Buchreihe: Psyche und Gesellschaft

Verlag: Psychosozial-Verlag

314 Seiten, Broschur, 148 x 210 mm

Erschienen im Juli 2005

ISBN-13: 978-3-8980-6406-4, Bestell-Nr.: 406

Die Psychotraumatologie ist dabei, eine eigene Fachdisziplin zu werden. Zu Krankheitsbildern und zu Therapieverfahren liegen bereits klinisch erprobte Konstrukte und Ansätze vor. Es wird aber immer deutlicher, dass die Psychotraumatologie jenseits ihrer klinischen Anwendbarkeit eine historisch und kulturtheoretisch relevante Perspektive darstellt. Wenn in der Psychotraumatologie die Folgen von Gewaltereignissen auf den menschlichen Organismus thematisiert werden, stellt sich sehr bald die Frage nach den Folgen von Gewalterfahrungen für kulturelle Phänomene, wie Werteorientierungen, aber auch für die Folgen sozialer Einrichtungen, wie Bildungssysteme, Versicherungssysteme, Gesundheitsversorgungssysteme, politische Strukturen usw.

Das Buch bietet eine interessante, weiterführende Zusammenfassung der neuesten Überlegungen und Ergebnisse auf dem Gebiet der Psychotraumatologie.

Inhaltsverzeichnis

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Inhalt

Günter H. Seidler & Wolfgang U. Eckart: Einleitung: »Psychotraumatologie«, eine Disziplin im Werden
Günter H. Seidler: Auf dem Wege zur Psychotraumatologie
Heinz Schott: Das psychische Trauma in medizinhistorischer Perspektive
– von Paracelsus zu Freud
Esther Fischer-Homberger: Haut und Trauma: Zur Geschichte der Verletzung
Wolfgang U. Eckart: Kriegsgewalt und Psychotrauma im Ersten Weltkrieg
Dieter Nitzgen: Erwartungsangst und Schmerzgewissheit. Traumatische Aspekte
im Werk von E. Jünger
Harald Weilnböck: Zur dissoziativen Intellektualität in der Nachkriegszeit. Historisch-psychotraumatologische Überlegungen zu Metapher/Metonymie und Assoziation/Dissoziation bei kritischen, neukonservativen und postmodernen Autoren
Karla Misek-Schneider: Seelische Folgen von Kriegserleben bei Kindern und Jugendlichen
Christine Künzel: Ver-rückte Erzählungen: Vergewaltigungstrauma und das Problem
der Glaubwürdigkeit

Rezensionen

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Trauma und Gewalt. Forschung und Praxis. 7. Jahrgang. Heft 4/November 2013, S. 367

Rezension von Harald Freyberger

»Manchmal fallen einem Bücher in die Hände, die nicht mehr ganz neu sind, aber einem Rezensenten trotzdem sehr gefallen…« [mehr]

Psychoanalytische Familientherapie

Rezension von Dirk K. Wolter

»Das Buch stellt die Frage nach dem historischen Kontext in mehrfacher Weise: Warum entstand die Psychotraumatologie als Disziplin erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, obwohl die in ihr thematisierte Realität schon sehr alt ist? Und umgekehrt: Welche Auswirkungen hatte es z. B. für die deutsche Nachkriegsgeschichte…« [mehr]

Soziale Psychatrie Heft2 April/2006

Rezension von Dirk K. Wolter

»Das Buch wirft eine Reihe von äußerst wichtigen und zum Teil brisanten Fragen auf, z.B. die nach den »Grenzen der Behandelbarkeit«, die »in allen Bereichen der Medizin gern ausgeklammert« wird zugunsten einer »Illusion der All-Heilbarkeit«. Diese »praktischen« Fragen stehen allerdings nicht im Zentrum des Buches. Schwerpunkt ist vielmehr, wie Kultur bzw. Gesellschaft (die Medizin als Teil davon) das individuelle Erleben von Traumatisierungen zur Kenntnis nimmt und bearbeitet. Einige Beiträge fallen hierbei sehr geisteswissenschaftlich-theoretisch aus (Erwartungsangst und Schmerzgewissheit – Traumatische Aspekte im Werk von E. Jünger« und »Zur dissoziativen Intellektualität in der Nachkriegszeit«). Gleichwohl ist das Buch als Propädeutik allen Psychotherapie-Praktikern dringend zu empfehlen, die sich an die Psychotraumatologie heranwagen wollen: damit Traumatherapie nicht zur Modeerscheinung verkommt! Schade nur, dass man entgegen allen üblichen Gepflogenheiten nichts über die Autoren erfährt…« [mehr]

Deutsches Ärzteblatt, Heft 2 / Februar 2006

Rezension von Vera Kattermann

»So empfiehlt sich das Buch wohl vor allem all denen, die sich bereits mit historischer Traumaforschung auseinander gesetzt haben und hier weitere Anregungen durch die Diskussion spezifischer Fragestellungen finden…« [mehr]

Die Berliner Literaturkritik

Rezension von Jenny Schon

»Für alle an der Trauma-Forschung Interessierte und Betroffene ein wichtiges Buch…« [mehr]