David G. Power, Dolan Power

Intuition und Einssein (PDF-E-Book)

Ein klinisches Beispiel

Cover Intuition und Einssein (PDF-E-Book)

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21 Seiten, PDF-E-Book

Bestell-Nr.: 40599

DOI: https://doi.org/10.30820/0075-2363-2023-2-69
In diesem Aufsatz greifen wir zwei miteinander verbundene Fragen auf, die sich uns in der heutigen analytischen Praxis stellen: Wie können wir erfassen, was wir nicht wissen? Wie kann in der analytischen Begegnung etwas Neues entstehen? Wir nähern uns beiden Fragen aus der Perspektive, die uns Bion und jene Kollegen bieten, die seine Konzepte und Erkenntnisse weiterentwickelt haben. In seinen späten Schriften führte Bion das Konzept von O ein und betrachtete in der Folge das Einswerden mit O als Ziel der analytischen Arbeit und die Transformation von O (Sein) zu K (Wissen) als den grundlegenden Prozess der Analyse und des Wachstums des Patienten. In dieser Theorie betonte er eine analytische Haltung, die sich auf die negative Fähigkeit (die Abwesenheit von Erinnerung, Wunsch und Kohärenz) konzentriert und eine Übereinstimmung von Intuition und O fördert. Trotz der Eleganz seiner Theorie bot Bion keine eigenen klinischen Beispiele an, um die Konzepte von O und Einswerdung zu begründen. In diesem Beitrag erörtern wir die Herausforderungen, denen sich der Analytiker10 stellen muss, wenn er versucht, ohne Erinnerung, Wunsch oder Kohärenz zu praktizieren, und stellen fest, dass dieses idealisierte Modell eher erstrebenswert als vollständig realisierbar ist. Wir erörtern auch die von Analytiker und Patient gleichermaßen geteilte Furcht vor der Überschneidung mit O aufgrund der drohenden Entdifferenzierung, des gemeinsamen Gefühls, verloren zu sein, und der narzisstischen Deflation (Verlust der persönlichen Integrität), die damit einhergehen kann. Zur Untermauerung unserer Diskussion bieten wir ein detailliertes klinisches Beispiel für das Einssein mit O an und schlagen vor, dass das Einssein mit O als eine Form der Gemeinschaft oder des gemeinsamen Haltens und Umgestaltens von Erfahrungen betrachtet werden kann. So verstanden ist das Einssein eine zutiefst somato-psychische Erfahrung, die vom Vertex von O ausgeht und sich vom Vertex projektiver Identifikations-/Container-Contained-Prozesse unterscheidet.

Abstract:
In this essay we take up two related questions facing us in everyday, contemporary analytic practice: How can we grasp what we don’t know? How can something new come into being through the analytic encounter? We approach both questions from within the perspective offered us by Bion and those colleagues who have further developed his concepts and his insights. In his late writings Bion introduced the concept of O, subsequently viewing at-one-ment with O as the goal of analytic work, and transformations from O (Being) to K (Knowing) the fundamental process of analysis and of the patient’s growth. In this theorizing he stressed an analytic stance centered on Negative Capability (the absence of memory, desire and coherence) fostering a coincidence of intuition and O. Despite the elegance of his theorizing Bion did not offer clinical examples of his own to ground the concepts of O and at-one-ment. In this paper we discuss the challenges for the analyst in attempting to practice without memory, desire or coherence, noting that this idealized model is more aspirational than fully realizable. We also discuss the dread shared by analyst and patient alike of intersecting with O due to the threats of de-differentiation, the shared sense of being lost, and the narcissistic deflation (loss of personal integrity) that can accompany it. To ground our discussion, we offer a detailed clinical example of at-one-ment with O, suggesting that at-one-ment with O can be thought of as a form of communion or shared holding and transforming of experience. Understood this way, at-one-ment is a deeply somato/psychic experience arising from the vertex of O and is distinguishable from the vertex of projective identification/container-contained processes.