Ursula Henzinger

Stillen

Kulturgeschichtliche Überlegungen zur frühen Eltern-Kind-Beziehung

Cover Stillen

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Buchreihe: Neue Wege für Eltern und Kind (ISSN: 2625-1043)

Verlag: Psychosozial-Verlag

264 Seiten, Broschur, 148 x 210 mm

Erschienen im März 2020

ISBN-13: 978-3-8379-2906-5, Bestell-Nr.: 2906

Mit einem Vorwort von Wulf Schiefenhövel

Stillen gilt als das Natürlichste der Welt und doch ist es für viele Frauen mit Stress und Konflikten verbunden. Auf der Suche nach den Gründen entfaltet Ursula Henzinger eine Kulturgeschichte des Stillens. Dabei betrachtet sie die unterschiedlichen Frauen- und Mutterbilder, Stillmythen und Ammenmärchen sowie die Mutter-Kind- und Vater-Kind-Beziehung aus historischer und soziologischer Perspektive. So zeigt Henzinger, welche Bedeutung das Stillen für die Bindung von Eltern und Kind hat, welche emotionalen Herausforderungen es für stillende Mütter zu bewältigen gibt und wie Eltern bewusster mit eigenen Ambivalenzen, Schwächen und Stärken umgehen können.

Inhaltsverzeichnis

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Inhalt


Vorwort von Wulf Schiefenhövel zur ersten Auflage

Vorwort und verspäteter Dank der Autorin zur überarbeiteten Neuauflage

Einleitung



I Die Frau und der Säugling

1 Ein idyllisches Bild von Mutter und Kind: Die Schlangen-Amme, 1. Teil
Die natürlichen Grundlagen der Stillbeziehung
Der Schlaf als Rückzugsmöglichkeit

2 Der Beginn der Stillbeziehung: Die Geburt

Tabus, Bräuche und Zwänge – gestern und heute
Der Weg zur aktiven Geburt

3 Honig oder Glukose: Das Kolostrum-Tabu
Die Wissenschaft im Dienst einer alten Tradition
Die Entdeckung des gesundheitlichen Wertes von Kolostrum
Die schwierige Durchsetzung der neuen Erkenntnisse
Kolostrum als Symbol für Bindung

4 Ammen, Tiermilch und Zinnludeln: Trennungen und ihre Folgen

Frühe Mutter-Kind-Trennungen
Die Entwicklung des Ammenwesens
Ersatznahrungen
Die Bindungsbereitschaft der Frau

5 Stillen: Das Kind zum Schweigen bringen, wenn es vor Hunger schreit?
Erste Störungen des Stillkontakts
Aggression und Zärtlichkeit – Die Gefühle der Mutter
Vorgeschriebene versus individuelle Stillbeziehung


II Die Frau und das Kleinkind

6 Die überforderte Frau: Die Schlangen-Amme, 2. Teil

7 Entwicklungsgeschichte des Kleinkindes: Vom Ich zum Du
Erste Momente des Bewusstseins
Am Du zum Ich
Freude am Entdecken
Das Kind als soziales Wesen

8 Weltbilder für das Stillen

Stillen ist keine Leistung
Die Korrektur eines unzureichenden Weltbildes

9 Das Bild der »Großen Mutter«

Fruchtbarkeitsgöttinnen
Spaltung in Gut und Böse
Maria

10 Das Bild der hilflosen Mutter:
Das Mädchen ohne Hände

11 Die »gute« und die »böse« Mutter

12 Die Auflösung alter Geschichten:
Das blaue Flämmchen


III Kind – Mutter – Vater

13 Die Frau begegnet dem fremden Mann: Die Schlangen-Amme, 3. Teil

14 Wie unsere Kultur die Rolle des Vaters veränderte
Die frühe Trennung von Mann und Frau
Der gesellschaftliche Einfluss auf die Liebesbeziehung
zwischen Mann und Frau
Das Bild des Vaters in der Gesellschaft

15 Der Mann als Partner und Vater im Märchen

Das Werwolfsfell
Brüderchen und Schwesterchen



IV Abschiednehmen: Abstillen

16 Stilldauer und Entwöhnung innerhalb der Kulturgeschichte


17 Entwöhnung nach dem Modell des Märchens

Erster Schritt zur Entscheidung: Wahrnehmung
Zweiter Schritt zur Entscheidung: Unterscheidung
Dritter Schritt zur Entscheidung: der lösende Impuls

18 Ein Zukunftsbild: Die lebendige Frau:
Die Schlangen-Amme, 4. Teil

Literatur

Register

Rezensionen

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bn. Bibliotheksnachrichten, 1/2021

Rezension von Ursula Reisenberger

»Ursula Henzingers Buch ist ein faszinie­render Abriss der Ge­schichte des Stillens – und nicht nur das. Als Humanethologin geht sie quer durch Zeiten und Kulturen dem nach, was im Verhältnis des Säuglings zu seiner Umwelt grundgelegt ist. Sie beschäftigt sich mit der Frage, wie Ansichten und Werthaltungen zu diesem Thema die weitere Individuation des Kindes prägen. Das reiche und gut aufbereitete Quellenmateri­al gibt ihren Thesen dabei nicht nur Autorität, sondern macht die Lektüre vor allem zu einem Lesevergnügen – egal, ob der Griff nach diesem Buch von praktischen Fragen zum Stillen oder von einem allgemeinen Interesse an der mensch­lichen Entwicklung motiviert ist…«

erziehungsfragen.lu, Februar 2021

Rezension von Julia Strohmer

»Der Autorin gelingt es einen ausgewogenen Blick auf das Thema zu werfen. Es wird nicht der Ton angeschlagen, dass früher alles besser war und wir nur dorthin zurückzukehren bräuchten. Trotzdem halten ihre Ausführungen Türen für positive Veränderungen in der frühen Eltern-Kind-Beziehung für die Zukunft offen…«

Laktation & Stillen. Zeitschrift der Europäischen Laktationsberaterinnen Allianz, 3/2020

Rezension von Sibylle Lüpold

»Ursula Henzingers Buch ist und bleibt auch in seiner neuen Form ein Kleinod, das seinen festen Platz in meiner Bibliothek gefunden hat…«

Österreichische Hebammenzeitung 4/2020

Rezension von Beate Lamprecht

»Diese reichhaltige Sammlung von Erzählungen, Mythen und Vorstellungen trägt zum Verständnis des Dilemmas der modernen Mutter bei. Wer wissen will, wie unsere Kultur die Rolle des Vaters verändert hat, findet ebenso Antworten wie zum Kolostrum-Tabu, zu Stillzwang ›Weltbildern für das Stillen‹ bis hin zur Entwöhnung von der Mutterbrust. Mit ›Vom Ich zum Du‹ wird die Entwicklungsgeschichte des Kleinkindes beschrieben, die Ambivalenz der Mutter, Überforderung und Machtphantasien werden thematisiert…«

im-dienste-der-kleinsten.ch, 9. Juni 2020

Rezension von Kathrin Keller-Schuhmacher

»Interessierte erhalten sowohl ein ›Lesebuch‹ mit Geschichten über die vor Jahrtausenden begonnene Entwicklung von Tabus, Bräuchen und Zwängen rund um Schwangerschaft, Geburt und Stillen, über Frauen- und Mutterbilder und Vorstellungen über das Wesen des Neugeborenen, als auch ein ›Geschichtsbuch‹, im Sinne historischer Aufarbeitung, u.a. des Ammenwesens, der Geburtshilfe, der Veränderung der Rolle des Vaters. Nicht zuletzt liegt mit dem Buch auch eine wissenschaftliche Abhandlung vor mit einer Fülle an Erkenntnissen aus Humanethologie, Mythologie, Tiefenpsychologie, Entwicklungspsychologie, Bindungstheorie…«

ziemer-celle.de am 23. April 2020

Rezension von Ulrike Ziemer

»Das Buch leistet einen Beitrag, Müttern ihr Selbstbewusstsein zurückzugeben und auf sich zu vertrauen. Es lohnt sich, das Werk zu lesen. Es ist kein Stillratgeber im üblichen Sinn…«