Fritz Lackinger, Hemma Rössler-Schülein (Hg.)

Psychoanalyse und Universität

Zur Verbindung von akademischer Lehre und analytischer Praxis

Cover Psychoanalyse und Universität

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Buchreihe: Bibliothek der Psychoanalyse

Verlag: Psychosozial-Verlag

210 Seiten, Broschur, 148 x 210 mm

Erschienen im November 2017

ISBN-13: 978-3-8379-2727-6, Bestell-Nr.: 2727

Mit Sigmund Freuds »Soll die Psychoanalyse an der Universität gelehrt werden?«

Das Verhältnis von Psychoanalyse und Universität gilt seit jeher als sehr spannungsvoll, ebenso die Ausbildung zum klinischen Psychoanalytiker im universitären Rahmen. Die Psychoanalyse hat zwar eine Reihe von Positionen an Universitäten erobert, doch zunehmend Mühe, diese dauerhaft zu verteidigen. Die AutorInnen des vorliegenden Bandes zeigen auf, dass es dennoch vielfältige und internationale Versuche gibt, die Psychoanalyse an der Universität zu institutionalisieren und (werdenden) PsychoanalytikerInnen die Möglichkeit zu geben, akademische mit psychoanalytischen Qualifikationen zu verbinden. Durch ihre historisch fundierten Herangehensweisen ermöglichen sie ein differenziertes Verständnis sowohl der prinzipiellen als auch der historisch bedingten Problemlagen, die bei der Verbindung von akademischer Forschung und psychoanalytischer Theorie und Praxis auftreten, und zeigen neue Lösungsansätze auf.

Im Band ist darüber hinaus der Original-Wortlaut von Freuds Memorandum »Soll die Psychoanalyse an der Universität gelehrt werden?« aufgenommen, das lange Zeit nur in einer Rückübersetzung aus dem Ungarischen und Englischen verfügbar war.

Mit Beiträgen von Gertraud Diem-Wille, Stephan Doering, Patrizia Giampieri-Deutsch, Fritz Lackinger, Marianne Leuzinger-Bohleber, August Ruhs, Michael Schröter, Mark Solms und Martin Teising

Inhaltsverzeichnis

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Vorwort der Herausgeber

Freuds Memorandum »Soll die Psychoanalyse an der Universität gelehrt werden?«
Bemerkungen zum Entstehungskontext und Abdruck des verschollenen Originals
Michael Schröter

»Der Analytiker […] kann die Universität ohne Schaden entbehren«
Freud, die frühen Freudianer und die Universitäten
Michael Schröter

Psychoanalyse und Naturwissenschaft
Mark Solms

Psychoanalytische Bemerkungen zum Verhältnis von Psychoanalyse und Universität in Deutschland
Marianne Leuzinger-Bohleber

Zwischen Gästestatus und Mitgliedschaft
Die Psychoanalyse an Frankreichs Universitäten
August Ruhs

Angloamerikanische Modelle universitärer Forschung und Lehre der Psychoanalyse im Vergleich mit kontinentaleuropäischen Modellen
Patrizia Giampieri-Deutsch

Zur Vermittlung einer psychoanalytischen Haltung im pädagogischen Bereich
Lernen aus Erfahrung im Universitätslehrgang »Psychoanalytic Observational Studies« (MA).
Mit Erfahrungsberichten von Ch. Hesztera, M. Stammler-Safar und Ch. Zabini
Gertraud Diem-Wille

Die Internationale Psychoanalytische Universität Berlin (IPU)
Martin Teising

Sigmund Freud und die Akademisierung der Psychoanalyse in Österreich
Fritz Lackinger & Stephan Doering

Autorinnen und Autoren

Rezensionen

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Journal für Psychoanalyse, 40. Jahrgang Nr. 61, 2020

Rezension von Laura Wolf

»Gerne hätte ich schon als junge Psychologiestudentin den Tagungsbeiträgen gelauscht, an den ›lebendigen Diskussionen‹ (S. 7) teilgenommen und gehofft in meinem Zorn auf die Universitäten, mir mit der Psychoanalyse ›die Wissenschaft der Seele [...] – der wirklichen Seele, des Lebens der Seele in all ihren Komplexitäten‹ (Solms, S. 50) vorzuenthalten, Anlehnung zu finden. Heute lese ich die Einblicke in jenes spannungsvolle Verhältnis wehmütig in dem Gefühl mit meinem wachsenden psychoanalytischen Interesse an Universitäten unerwünscht geworden zu sein, jedoch auch an psychoanalytischen Institutionen mit einem Forschungsinteresse an Grundlagen nicht ganz Anschluss zu finden, wozu der Sammelband weiterhin aktuelle Einsichten bereithält…«

Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie 4/2019

Rezension von Jakob Erne

»Es wird für die Psychoanalyse zur Überlebensfrage, ob es ihr gelingt, sich als eigenständige, unersetzbare, wirksame und produktive klinische Behandlungsmethode und Kulturtheorie weiterhin zu behaupten. Nur wenn öffentlich rezipiert wird, dass die Psychoanalyse durch ihre besondere Forschungsmethode nach wie vor wirksame, sowohl kürzere als auch längere Behandlungsformen für verschiedene Gruppen von Patienten anbietet, wird sie ihre Attraktivität als ›spezifische Wissenschaft des Unbewussten‹ immer wieder neu behaupten können. Das vorliegende Buch ist für alle geeignet, welche sich mit dem wissenschafts- historischen Hintergrund der Psychoanalyse auseinandersetzen möchten und die an den neueren Entwicklungen im Spannungsfeld Psychoanalyse und Universität interessiert sind…«

Deutsches Ärzteblatt PP 17, Ausgabe November 2018

Rezension von Michael B. Buchholz

»Psychoanalyse und Universität – das braucht Zukunftsperspektiven. Die Zusammenstellung der Versuche in der Vergangenheit ist gelungen, die Zukunft will es erst noch werden…« [mehr]