Daniel Hildebrandt

Schwarzer Ödipus (PDF-E-Book)

Die psychoanalytische Anerkennungstheorie Frantz Fanons

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14 Seiten, PDF-E-Book

Erschienen im September 2021

Bestell-Nr.: 26473

DOI: https://doi.org/10.30820/0171-3434-2021-3-24
Mit seinem Erstlingswerk Schwarze Haut, weiße Masken legt Frantz Fanon 1952 eine Anerkennungstheorie vor, die eine existenzialistische Gesellschaftsund psychoanalytische Subjekttheorie mit der Absicht vermittelt, der kolonialen Neurosenbildung entgegenzuwirken und einen neuen Humanismus zu realisieren. Fanons Ziel ist es, die rassischen Entfremdungstendenzen der kolonialen Epoche aufzuheben. In Auseinandersetzung mit Sartre betont er die Eigenverantwortung der Kolonisierten, ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen zu müssen. Das formale Ende der Kolonialzeit vor Augen, sucht Fanon mit Bezug auf Hegel und Marx nach Möglichkeiten einer historischen Befreiung. Gleichzeitig blickt er auf die psychische Entfremdung des schwarzen Subjekts. Um den Minderwertigkeitskomplex zu heilen, bezieht sich Fanon unter anderem auf die Theorien von A. Freud, Lacan und Adler und skizziert therapeutische Ansätze, die darauf zielen, das koloniale Dilemma aufarbeiten und verarbeiten zu können. Im vorliegenden Essay werden diese Zugänge im Kontext von Epoche und Biografie untersucht und ideengeschichtliche Zusammenhänge zur Entstehung des Werks hergestellt. Abschließend wird gefragt, inwiefern der französische Existenzialismus als antikoloniale Gesellschaftstheorie dienen kann und ob eine Versöhnung von Individuum und (Kolonial‑)Gesellschaft im Geiste Fanons möglich ist.

Abstract:
In his first book, Black Skin, White Masks (1952), Frantz Fanon presents a theory of recognition that conveys an existentialist theory of society and a psychoanalytic theory of the subject with the aim of counteracting colonial neurosis and realizing a new form of humanism. Fanon’s goal is to abolish the alienation that occurred in the colonial era. Debating Sartre, he emphasizes the personal responsibility of the colonized to take their fate into their own hands. With the end of colonialism in mind and with reference to Hegel and Marx, Fanon looks for possibilities of a historical liberation. At the same time, he looks at the psychic alienation of the black subject. In order to heal the inferiority complex, Fanon draws upon theories of A. Freud, Lacan, and Adler, among others, and outlines therapeutic approaches aimed at working through and coming to terms with the colonial dilemma. This essay examines Fanon’s approaches in the context of epoch and biography and connects some dots in the history of ideas that led to the creation of the work. Finally, it will be asked to what extent French existentialism can serve as an anti-colonial social theory and whether a reconciliation of the individual and (colonial) society – in Fanon’s spirit – is possible.