Kirsten von Sydow

Scheidung oder Ausharren in einer »zerfallenen« Ehe. Die Subjektive Sicht von Frauen der Geburtsjahrgänge 1895-1936 (PDF-E-Book)

psychosozial 57 (1994), 97-105

Cover Scheidung oder Ausharren in einer »zerfallenen« Ehe. Die Subjektive Sicht von Frauen der Geburtsjahrgänge 1895-1936 (PDF-E-Book)

EUR 5,99

Sofort-Download

Dies ist ein PDF-E-Book. Sie erhalten kein gedrucktes Buch, sondern einen Link, unter dem Sie den Titel als E-Book herunterladen können. Unsere E-Books sind mit einem personalisierten Wasserzeichen versehen, jedoch frei von weiteren technischen Schutzmaßnahmen (»DRM«). Erfahren Sie hier mehr zu den Datei-Formaten und kompatibler Soft- und Hardware.

Verlag: Psychosozial-Verlag

9 Seiten, PDF-E-Book

Erschienen im September 1994

Bestell-Nr.: 25547

Es wird im Überblick über empirische Befunde zum Thema Scheidung aus einer umfassenderen Studie zur weiblichen psychosexuellen Entwicklung im Lebenslauf informiert. Die Ergebnisse beruhen auf halbstandardisierten biographischen Explorationen mit 85 eheerfahrenen Frauen im Alter von 50 bis 91 Jahren (Geburtsjahrgänge 1895 bis 1936). Die Daten wurden transkribiert, kategorisiert und statistisch analysiert. 20 Prozent der befragten Frauen hatten sich in erster Ehe scheiden lassen, während für 61 Prozent der Befragten eine Scheidung nie zur Diskussion stand. Wichtigste Scheidungsmotive waren die emotionale Zerrüttung der Beziehung, eine Außenbeziehung des Partners sowie eine eigene außereheliche Liebesbeziehung. Gegen eine Trennung sprachen unter anderem die Sorge um gemeinsame Kinder, die Angst vor dem Alleinsein, ökonomische Probleme oder soziale Rücksichten. Die 17 scheidungserfahrenen Frauen fühlten sich zum Zeitpunkt der Trennung meist stark belastet, erlebten diesen Einschnitt im Nachhinein jedoch mehrheitlich positiv oder ambivalent. Signifikante Kohorteneffekte ergaben sich nur in Bezug auf die im Rahmen der Scheidung erlebte Selbstbestimmung, nicht aber im Hinblick auf die Bedeutung von Scheidungen oder Scheidungswünschen. Die Ergebnisse werden als Beleg dafür gewertet, dass es in älteren ebenso wie in jüngeren Jahrgängen glückliche wie auch unglückliche Ehen gab, dass früher geborene Frauen jedoch häufiger in unglücklichen Ehen ausharrten. Insofern sind steigende Scheidungszahlen nicht notwendig als Indikator neuentstandener Eheprobleme zu verstehen, sondern als Zeichen für eine zunehmende weibliche Selbstbestimmung, die mit Veränderungen der gesellschaftlichen Möglichkeiten von Frauen zusammenhängt.

Stichworte: Ehescheidung, Sozialer Wandel, Kohortenanalyse, Geschichte, Altersunterschiede, Geschlechtsrollen, Geschiedene, Frauen

Keywords: Divorce, Social Change, Cohort Analysis, History, Age Differences, Sex Roles, Divorced Persons, Human Females