Wolfgang Schmidbauer

Kleist - Die Entdeckung der narzisstischen Wunde

Cover Kleist - Die Entdeckung der narzisstischen Wunde

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Buchreihe: Imago

Verlag: Psychosozial-Verlag

243 Seiten, Broschur, 148 x 210 mm

Erschienen im April 2011

ISBN-13: 978-3-8379-2127-4, Bestell-Nr.: 2127

In der Schärfe seines Konflikts mit der gesellschaftlichen Norm seiner Zeit ist Kleist ein Wegweiser in die Moderne. Er durchleidet und beschreibt Vorgänge, die später als Individualisierung und Selbstverwirklichung bezeichnet wurden. Wolfgang Schmidbauer charakterisiert Kleist sowohl als seelisch belasteten Menschen wie auch als Pionier der Erforschung narzisstischer Konflikte. Mit dem Verlust der ständischen Ordnung und der festen Geschlechterrollen, die Kleist in seinen Schilderungen radikaler Liebe vorwegnimmt, wird die Abwehr von Ängsten zum zentralen Thema der keimenden Psychologie. Als Angstquelle wird – und in diesem Punkt ist Kleist schlechthin genial – das Ich entdeckt, das sich selbst beobachtet und sich vor dem eigenen Scheitern fürchtet. Damit gewinnt er psychologische Einsichten zur Selbstkonstitution, wie sie in vergleichbarer Weise erst im 20. Jahrhundert durch die Psychoanalyse aufgedeckt werden.


Inhaltsverzeichnis

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Inhalt

Vorwort

Ein Wort zum Geleit

1. Einleitung: Kleist und das Geheimnis des Selbstobjekts
Mein Leben, das allerqualvollste, das je ein Mensch geführt hat

2. Der Symbiosekomplex
Der angstkranke Dichter
Der Symbiosekomplex als Angstquelle
Das Bedürfnis nach Sicherheit
Symbiotische (Selbst-)Objekte

3. Pygmalion und das Dilemma des Schreibens
Selbstobjekt, Schreibobjekt
Das Entgegenkommen der Wilhelmine von Zenge

4. Zur sozialen Dynamik der traumatisierten Hochbegabung

5. Zusammenbruch und Neubeginn
Kleists Kant-Krise und die Geburt eines Autors

6. Diagnose und Verständnis
Urninge und Dioninge
Borderline? Bipolare Störung?

7. Die Psychologie des Spiegels: Lacan und Kleist
Über das Marionettentheater
Eine Waffe aus Worten
Die Natur erschafft, der Mensch zerstört

8. (Selbst-)Heilungsversuche

9. Liebeswirren und ihre Analyse
Ein Pionier der Tiefenpsychologie
Nekrophilie
Penthesilea am Wannsee
Prothesengötter

Literatur

Rezensionen

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Germanistik. Internationales Referatenorgan mit bibliographischen Hinweisen 3-4/2011

Rezension von Elena Agazzi

»Das Buch konfrontiert mit einem Ansatz, der vollkommen von dem abweicht, wodurch die Germanistik gewöhnlich das Werk Kleists mit seiner Biografie verknüpft…« [mehr]

www.amazon.de

Rezension von Viola Berkling

»Dieses Werk beeindruckt, da es ein Umdenken im bisherigen Umgang mit all den Genies, die noch unentdeckt im Verborgenen unter uns verweilen, fordert. Eine aufschlussreiche, anspruchsvolle und empfehlenswerte Lektüre, die inspiriert, Kleists Werke unter diesem Blickwinkel noch einmal zu lesen…« [mehr]

Jahrbuch für Literatur & Psychoanalyse. Freiburger literaturpsychologische Gespräche, Bd. 31

Rezension von Christine Kanz

»Man könnte das neueste Buch Schmidbauers vielleicht insgesamt eine doppelcodierte Analyse nennen, da sie verschiedene Wissensebenen zugleich bedient: Es stellt eine über Strecken hinweg anregende Lektüre sowohl für neugierige Psychotherapeuten als auch für interdisziplinär offene Literaturwissenschaftler dar. Wen die eine Ebene nicht interessiert, der kann sich an die andere halten. Wen beides interessiert, wird doppelt belohnt – meistens…« [mehr]

www.literaturkritik.de Nr. 11, November 2011

Rezension von Christine Kanz

»War Kleist ein Narziss, oder litt er zumindest an einer ›narzisstischen Wunde‹, wie uns Wolfgang Schmidbauer in seinem unlängst erschienenen Kleist-Buch Glauben machen will?…« [mehr]

Programmheft der Münchner Volkshochschule Herbst/Winter 11/12

»Der Psychoanalytiker Wolfgang Schmidbauer beschreibt Kleist als seelisch belasteten Menschen und als Pionier der Erforschung narzisstischer Konflikte. Denn Kleists Thema ist der Verlust von Ordnungen und die damit einhergehende Angst…« [mehr]

www.litterula.de

Rezension von Ulrike Schmoller

»Wolfgang Schmidbauer stellt Heinrich von Kleist sowohl als traumatisierten Menschen wie als Pionier des Narzissmus vor, der lange vor Sigmund Freud das ›Ich‹ entdeckte…« [mehr]

WDR 3 »Resonanzen« mit Annette Hager

»Am Lebensweg Heinrich von Kleists lässt sich deutlich machen, wie wichtig es ist, die Geheimnisse unserer Kränkbarkeit zu erforschen. Auch heute werde noch in jeder Organisation – Schule, Universität, Unternehmen, politische Parteien – enorme Energie verschwendet, weil Menschen nicht gelernt haben, auf narzisstische Wunden zu achten und ihrer Heilung den Raum zu geben, den sie brauche…« [mehr]