Kjell Granström

Soziale Identität und Massenereignisse (PDF-E-Book)

Freie Assoziation 2008, 11(3), 7-13

Cover Soziale Identität und Massenereignisse (PDF-E-Book)

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Verlag: Psychosozial-Verlag

7 Seiten, PDF-E-Book

Erschienen im November 2008

Bestell-Nr.: 21098

Fast täglich finden in der westlichen Welt Massenereignisse statt – politische Demonstrationen, nicht gesellschaftlich akzeptierte Jugendaktivitäten, große Sportereignisse. Während die meisten dieser Veranstaltungen in der Regel geordnet und friedlich ablaufen, münden einige in Zusammenstöße und Ausschreitungen. Seit 2001 hat eine schwedische Forschungsgruppe eine große Anzahl Beobachtungsstudien von Massenereignissen durchgeführt, um die Interaktionsdynamiken zwischen und innerhalb der beteiligten Gruppen zu untersuchen. Es ist eine weit verbreitete Auffassung, dass in einer Gruppensituation Individuen ihre Identität sowie mentale Blockaden verlieren und sich wie eine tierische Horde benehmen. Eine Vielzahl von Forschungsergebnissen hat jedoch gezeigt, dass die einzelnen Personen nicht ihre individuelle Identität verlieren, sondern dass durch das Verhalten anderer Gruppen der Raum für eine soziale Identität geschaffen werden kann. Im Zusammenspiel mit anderen Gruppen, etwa mit Polizeikräften, kann die soziale Identität eine friedliche und disziplinierte, aber auch eine aggressive und gewalttätige sein. Die Erklärungen für Ausschreitungen müssen nicht etwa in den einzelnen Gruppen gesucht werden, sondern in dem Zusammenspiel zwischen den sich gegenüberstehenden Gruppen. Die meisten Forschungen über Ausschreitungen haben sich auf die Aktivisten konzentriert, oder, bis zu einem gewissen Grad, auf die Interaktionen zwischen Polizei und Aktivisten. Nur sehr wenig wurde in Bezug auf die Dynamiken innerhalb der beteiligten Gruppen geforscht, das heißt innerhalb der Gruppe der Polizeikräfte oder innerhalb der Gruppe der Aktivisten. Darüber hinaus wurden Massenereignisse bisher nicht systematisch unter Hinzuziehung individualpsychologischer Theorien untersucht wie etwa Theorien über das Selbst.

Abstract:
Almost every day mass events take place in the Western World. That could be political demonstrations, outlawry youth activities, large sport events and so on. Such arrangements are usually carried out orderly and peacefully, while some result in confrontations and riots. Since 2001 a research team from Sweden has carried out a large number of observational studies of mass events in order to scrutinize the interactional dynamics in and between groups involved in mass events. The main purpose has been to shed new light on such dynamical settings. It has been a widespread opinion that a crowd situation makes people loose their identity and mental blockages and behave like an animal horde. A lot of research has shown that individuals do not loose their individual identity, but may, due to the treatment by other groups, give space also for a social identity. In the interaction with other groups, for instance police forces, the social identity may be peaceful and orderly as well as aggressive and violent. The explanations for riots have to be found, not in a separate group, but in the interaction between confronting groups. Most riot research has concentrated on the activists or, to some degree, on the interaction between police forces and activists. Very little has been done concerning dynamics within the groups, i.e. within police forces or within the activist groups. Furthermore, mass events have not been analyzed by use of theories from individual psychology, as for instance self-theory.

Stichworte: Demonstrationen (Protest), Aktivismus, Kollektivverhalten, Unruhen, Gewalt, Aggressionsverhalten, Soziale Identität, Gruppendynamik, Intergruppendynamik, Psychodynamik

Keywords: Social Demonstrations, Activism, Collective Behavior, Riots, Violence, Aggressive Behavior, Social Identity, Group Dynamics, Intergroup Dynamics, Psychodynamics