Rezension zu Analytische Körperpsychotherapie

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Rezension von Anna Kaupp

Peter Geißler ist Psychotherapeut in freier Praxis in Wien und stellt in seinem Buch »Analytische Körperpsychotherapie – Eine Bestandsaufnahme« einen eigenständigen therapeutischen Ansatz vor.

Geißler berichtet zuerst von seinen Erfahrungen in der bioenergetischen Analyse. Er war selbst Klient in der Analyse und berichtet von seinen Erfahrungen. Dadurch bekommt der Leser die Möglichkeit, nicht nur Faktenwissen zu lesen, sondern auch von persönlichen Erfahrungen zu profitieren.

Das nächste Kapitel ist Jacques Berliner gewidmet. Dabei wird zuerst über die Person geschrieben, dann über den »Main issue« und die Frage der Sexualität in der Therapie. Anschließend werden vielfältige diagnostische Beispiele aufgeführt, die eingehend beschrieben und erläutert werden.

Das nächste Kapitel widmet sich den Spuren von Ferenczi, Balint und Winnicott. Zuerst wird über diese frühen Objektbeziehungstheoretiker berichtet und über die psychoanalytische Situation als Spiel-Raum. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, unter anderem sind dies das Setting, der Erfahrungsraum, der biografische Hintergrund und das Affekterleben. Eingegangen wird in einem Exkurs auch auf die moderne Säuglings- und Kleinkindforschung. Das Ende des Kapitels bildet ein Ausblick.

Das nächste Kapitel handelt von der Regression. Dieses wird in viele Abschnitte unterteilt, unter anderem in Bezug auf die Säuglingsforschung, das Traumgeschehen und in der Frage, ob dieser Begriff heute überhaupt noch Relevanz hat.

Im darauf folgenden Kapitel wird das emotionale Signalisieren in der Eltern-Kind-Interaktion angesprochen. Dies wird zuerst in verschiedene Bedingungen aufgeteilt, um dann anhand eines sehr ausführlichen Beispiels das ganze praktischer und leichter verständlich zu machen. Dabei wird über einen längeren Zeitraum dokumentiert, wie zwischen Mutter und Sohn interagiert wird. Anschließend werden die Möglichkeiten der Videoanalyse und anderer therapeutischer Methoden dargestellt.

Ein großer Teil wird Augen und Affekt gewidmet. Dabei werden körpertherapeutische Aussagen zu Auge und Blick erläutert, die Psychoanalyse von Angesicht zu Angesicht und der Blickkontakt beim Flirten und Anblicken.

Der nächste Teil behandelt den Körper und wie dieser in verschiedenen Aktionen in der Therapie eingesetzt werden kann. Dies wird anhand von Fallbeispielen erläutert. Der Rest des Buches wird der Säuglingsforschung und der analytischen Körperpsychotherapie als eigenständige Therapieform gewidmet.

Die Texte sind sehr verständlich geschrieben und immer wieder mit Abbildungen oder Schaubildern veranschaulicht. Auch für Laien ist das Thema dadurch gut zu begreifen. Das Buch enthält ein zweifaches Vorwort und eine ausführliche Literaturliste und ein Glossar mit Worterklärungen am Ende. Gut sind auch die vielen Fallbeispiele und dass Geißler nicht nur Theorie, sondern auch aus persönlichen Erfahrungen heraus berichtet. Ein gutes und verständliches Buch ohne viele Fachausdrücke. Wenn diese verwendet werden, sind sie in den ausführlichen Fußnoten erklärt.


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