Rezension zu »Liebe auf Abwegen«

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Rezension von Natalie Biskup

Das Buch »Liebe auf Abwegen« von Mathias Hirsch ist 2009 im Psychosozial-Verlag erschienen und beschäftigt sich mit mit der psychoanalytischen Betrachtung der Liebe im Film.
Es werden die unterschiedlichen Arten der Liebe beleuchtet, wie z.B. Mutterliebe, Liebesunfähigkeit, perverse Liebe, inzestuöse Liebe etc. Diese Arten der Liebe werden anhand von Filmen wie »Dancer in the Dark«, »Der Nachtportier« und »Das Fest« näher erläutert. Auch beschäftigt sich Hirsch mit dem Film »Die Vögel« von Alfred Hitchcock im Hinblick auf die Sohnesliebe.

Zunächst wird immer der Inhalt des Filmes beschrieben, sodass man einen gewissen Überblick erhält. Diese Beschreibung der Filme ist sehr detailreich und kann genauso gut als Zusammenfassung der jeweiligen Filme dienen. Im nächsten Schritt wird auf die Darstellung der Liebe unter psychoanalytischen Aspekten Bezug genommen. Leider bekommt man oft den Eindruck, dass mehr Wert auf die Wiedergabe des Filminhalts gelegt wurde als auf die nähere Analyse. Andererseits wird das Interesse an den Filmen geweckt. Man könnte auch meinen, dass einige Fotos in diesem Buch zu finden sind, jedoch liegt man in dieser Annahme falsch. Zwar behandelt das Buch Filme, jedoch muss man sich mit nur einem Foto auf dem Umschlag begnügen. Mehr Fotos hätten sicherlich die Thematik etwas aufgelockert und einen besseren Einblick bzw. eine bessere Vorstellung von den behandelten Filmen vermittelt.
Im Anhang findet sich eine ausführliche Filmografie und Bibliografie, falls das Interesse geweckt wurde. Leider ist anzunehmen, dass manche Filme eher schwer zu beschaffen sind, da sie sehr alt sind und zudem meist nicht sehr bekannt. Dies ist aber nur bei einigen Filmen der Fall. So ist der Film »Die Vögel« von Hitchcock sicherlich vielen Lesern bekannt. Wie es sich mit den anderen Filmen verhält, ist wohl abhängig davon, wie sehr man sich für Filme interessiert.

Insgesamt bin ich von diesem Buch etwas enttäuscht. Als Einführung ist es sicherlich nicht schlecht, aber ich bezweifle, dass es eine sonderlich große Hilfe bei Hausarbeiten etc. sein wird. Dazu fehlt einfach der Detailreichtum bei der psychoanalytischen Betrachtung. Auch bezieht sich Hirsch lediglich auf sehr alte Filme und da fragt man sich als Leser, wieso er keine aktuellen Filme hinzugezogen hat. Mit 22,90 Euro kostet das Buch eindeutig zu viel für diesen Inhalt. Wobei man sich am besten dieses Buch in einer Bibliothek ausleiht und sich selbst ein Bild macht.


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