Rezension zu Sucht und Trauma

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Rezension von Hans-Jürgen Dalüge

Das Buch bietet tiefe Einblicke, neuste Erkenntnisse in die psychoanalytischen Modelle der Sucht und der allgemeinen Psychotraumatologie. Es gibt einen genauen Abriss der neurobiologischen Modelle der Sucht. Alle genannten Themen werden präzise erläutert und zusätzlich mit neuen Grafiken und Tabellen ergänzt. Dadurch wird das Verständnis für den gelesenen Stoff erleichert. Es werden die älteren Theorien (z.B. Freud) bis zum Wandel in die heutige Zeit dargestellt.

Der Hauptteil des Buches gliedert sich in Diagnostik, Therapie und Behandlungsmodelle posttraumatischer Belastungsstörungen. Auch werden spezielle Interventionsformen bei traumatisierten, süchtigen Patienten aufgezeigt. Im Kapitel Burn-out-Prophylaxe werden für den Therapeuten Strategien der Selbstfürsorge vorgestellt, eine wichtige Methode für Psychotherapeuten, die mit traumatisierten, süchtigen Patienten arbeiten. Anschaulich dargestellt werden die Vorteile von Einzel- und Gruppentherapie. Der Gruppentherapiebogen Sucht (GTB-S) wird in allen Einzelheiten erklärt und analysiert. Die verschiedenen Therapiemodelle werden genau dargestellt, um das Vorgehen des Therapeuten zu verbessern. Besonders überzeugend sind die neueren Modelle. Die aktuellen Daten werden durch diverse Studien verifiziert.

Gut dargestellt wird von Herrn Dr. Kunzke, Diplom-Psychologe, wie stark die Wechselwirkung zwischen den Problembereichen Sucht und Trauma zusammenhängen. Aus Statistiken kann man ersehen, dass viele Süchtige auch Traumatisierungen haben. Darum müssen unbedingt bei der Behandlung der Klienten moderne traumatherapeutische Methoden, wie in diesem Werk dargestellt sind, angewendet werden. Durch ein demonstriertes Protokoll bei traumatisierten süchtigen Patienten lässt sich eine Behandlung nachvollziehen.
Das vollständige und übersichtliche Literaturverzeichnis lässt bei Interesse schnell passende Autoren und Themen finden.

Ich selbst studiere Psychologie und habe, was Sucht und Trauma angeht, einiges an Vorwissen. Des Weiteren habe ich Kontakte zu einigen Therapeuten, die in der Suchttherapie für Alkoholabhängige arbeiten. Das Werk ist für mich sehr verständlich geschrieben, da sich konkrete Therapiemethoden und Hintergrundwissen die Waage halten. Auch außerhalb des Studiums, unabhängig von eventuellen Kursen, halte ich dieses Buch für ein sehr lesenswertes Werk, da es neue Therapien für traumatisierte, süchtige Patienten bietet.

Das Buch ist meiner Meinung nach auch interessant für alle Therapeuten und andere im Suchthilfesystem Tätigen. Eine neue Perspektive in der Behandlung traumatisierter Suchtabhängiger wird hier vorgestellt.



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