Rezension zu Frühe Beziehungserfahrungen

Stadtpunkte

Rezension von Diana Görsch

In der heutigen Gesellschaft ist ein Wandel bezüglich der frühen Bindung zum Kind und der Qualität der Kindererziehung festzustellen. Die Veränderung ist insbesondere zu verzeichnen bei der Bedeutung von Erziehung und der Art, wie Kinder möglichst zu kompetenten Heranwachsenden erzogen werden können bzw. wie hier unterstützend auf eine hervorragende Frühförderung hingewirkt werden kann. Auf diese Weise soll möglichst früh der erste Grundstein für die anschließende Schulbildung gelegt werden.
Neuere Ergebnisse einer Studie sprechen vom »kompetenten Säugling«, der selbstständig und unabhängig von der pädagogisch wertvoll geglaubten frühen Bindung seine Kompetenz entwickelt. Sollte dies den Tatsachen entsprechen, wären viele erziehungswissenschaftliche Erkenntnisse nicht mehr zeitgemäß. Nach aktuellem Forschungsstand besteht jedoch nachweislich ein Zusammenhang zwischen der Beziehung zum Kind und dessen Entwicklung.
Der vorliegende Sammelband, der verschiedene Sichtweisen aus den Bereichen der Psychoanalyse, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Pädagogik und Säuglingsforschung beleuchtet, gibt einen Überblick sowohl über Fördermöglichkeiten wie Hemmnisse.

Mit der überwiegend psychoanalytisch-pädagogischen Betrachtungsweise wird von verschiedenen Erfahrungen in Wissenschaft und Praxis berichtet und konkret auf Krankheiten wie ADHS und Autismus eingegangen. Es werden die Bedeutung der frühen Beziehungserfahrungen und deren Auswirkung aufgezeigt. Durch die Beschreibung persönlicher Erfahrungen und mit einigen ausführlichen Fallbeispielen gewinnt das Buch an Lebendigkeit und fesselt so Leserinnen und Leser.

zurück zum Titel