Rezension zu Wie die Geburtserfahrung unser Leben prägt

Obstetrica. Zeitschrift des Schweizerischen Hebemmanverbandes 11/2018

Rezension von Kirstin A. Hähnlein

Zwölf Autoren schreiben dem Geborenwerden Bedeutung hinsichtlich der Entwicklung der mentalen Gesundheit zu und kennzeichnen die nachteiligen Einflüsse professioneller und elterlicher Kompetenzüberschreitungen, indem aus entwicklungspsychologischer Sicht die Ausübung von Autorität mit dem biologischen Idealverhalten verglichen wird. Konkret wird die Wirkung prä- und perinataler Massnahmen auf das Leben eines Menschen an den beschwerlichen Heilungsphasen von psychotherapeutisch Betreuten begründet. Die thematischen Schwerpunkte sind die Perspektive des Geburtserlebens, Prägung der Geburtserfahrung, Beachten und Heilen früher Störungen und die gesellschaftliche Dimension des Lebensbeginns. Gemeinsam anerkennen die Autoren die interventionsarme Schwangerschaft ebenso wie die Vaginalgeburt als wertvolle Massahmen zur Prävention früher Störungen. Es wird betont, dass Eingriffe in den natürlichen (vaginalen) Geburtsablauf einzig nach sorgfältiger Abwägung von Indikation und Kontraindikation im Konsens mit der mütterlichen Entscheidung durchzuführen sind. Die Erkenntnisse orientieren sich an soziobiologischen, ökonomischen, strukturellen und gesundheitlichen Idealbedingungen und Verhalten, deren Realisierung einzig rein theoretisch abzusehen ist.

Kirstin A. Hähnlein,
Dozentin Studiengang Hebamme BSc, Berner Fachhochschule


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