Rezension zu Traditionslinien des »Unbewußten«

Nietzscheforschung – Jahrbuch der Nietzsche-Gesellschaft, Band 8, 2002

Rezension von Renate Müller-Buck

Lesen Sie hier Ausschnitte aus der Rezension zum Buch »Traditionslinien des ›Unbewussten‹«:

»Durch ein Aufdecken der Traditionslinien des Unbewußten in der Geschichte der Philosophie will Gödde die von Freud so sorgsam gewahrte Distanz aufheben, indem er auf die immer schon implizite Philosophie in jeder Metapsychologie hinweist. Der Philosophie des Unbewußten einen größeren Stellenwert innerhalb der Metapsychologie einzuräumen und dem Freud-Nietzsche-Schopenhauer-Diskurs weitere Impulse zu geben sind denn auch die ausdrücklich genannten Ziele seiner Arbeit, verbunden mit der Frage, wie es überhaupt dazu kommen konnte, daß die Philosophie des Unbewußten in der Psychoanalyse so sehr vernachlässigt worden ist.«

»Das erkenntnisleitende Interesse, das die einzelnen Abhandlungen verbindet, gilt der Frage nach den historische Quellen des Unbewußten bei Freud. Die Vorgeschichte des psychologischen – sprich wissenschaftlichen – Begriffs des Unbewußten habe sich, so Gödde, auf philosophischem Terrain abgespielt.«

»Wissenschaft und Philosophie sind für Freud zwei grundsätzlich verschiedene Formen der Weltauslegung und in seinem Gefolge auch für Günter Gödde, der mit seinem Buch dazu beitragen will, die Kluft zu überwinden und zu zeigen, wieviel Philosophie immer schon in jeder rein wissenschaftlich und empirisch aufgefaßten Psychologie steckt. Eine Kluft, die freilich nur von Freud, nicht aber von Nietzsche gesehen wurde.«

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