Rezension zu Die Bedeutung des Vaters in der weiblichen Adoleszenz

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Rezension von Lisa Tomaschek-Habrina

Wie wichtig Väter für die Entwicklung heranwachsender Frauen sind, zeigt uns diese Studie von Alba Polo auf eindrückliche Weise. Sie zielt auf die subjektiven Konstruktionen und schließt an biographische Erfahrungen der Mädchen und jungen Frauen: ihre Wünsche, Zumutungen, Hoffnungen, ihre Auseinandersetzungen mit sich und ihrer Lebenswelt.

Diese Studie überzeugt als eine qualitative Studie mit sozialkonstruktivistischer Perspektive und psychoanalytischem Verständnis und ist jetzt schon von hoher Bedeutung für die Entwicklungspsychologie, die Adoleszenzforschung, die Familien- und Väterforschung und den qualitativen Forschungsstil.

Die Autorin ging den Fragen nach:

• Wie erleben klinisch unauffällige, »gesunde« Mädchen ihren Vater?
• Welche Bedeutung hat er in ihrem Erleben und welche Wünsche und Ängste haben sie ihm gegenüber?
• Welche Funktion hat der Vater in der psychischen Entwicklung adoleszenter Mädchen?

Ziel dieser Studie ist es, das subjektive Erleben adoleszenter Mädchen zu explorieren und herauszufinden, wie sie ihren Vater und sich selbst in der Beziehung zu ihm erleben.

Das Neue an der Studie ist, dass das biographische Interview aus einem interaktiven Gesichtspunkt untersucht worden ist, deshalb wurde ein Vorgehen zur empirischen Untersuchung von Übertragungsphänomenen entwickelt in Form des intendierten Hörers und dem narrativen Konflikts. Polo zeigt somit ganz deutlich, wie die Subjektivität des Forschers den Forschungsprozess prägt und wie vielschichtig und ergiebig ein psychoanalytisches Herantreten an menschliches Forschungsmaterial ist.

Beeindruckende 500 Seiten.

Zur Homepage der Rezensentin:
www.lisatomaschek.at

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