Rezension zu Sozialwissenschaftlich fundierte Beratung in Pädagogik, Supervision und Sozialer Arbeit

DZI Soziale Arbeit 5.2016

Vor dem Hintergrund der kritischen Annahme, dass Beratung heute zunehmend im Sinne der gesellschaftlichen Anpassung und Normalisierung instrumentalisiert werde, unternimmt dieses Buch den Versuch einer theoretischen Fundierung der Beratungstätigkeit, wie sie im Kontext der Pädagogik, der Supervision und der Sozialen Arbeit ausgeübt wird. Zunächst stellt die Autorin zentrale Beratungsformate vor. Diese umfassen das Coaching, den systemischen und den lösungsorientierten Zugang, das Neurolinguistische Programmieren und die Beratung von Kindern und Jugendlichen. Anhand von Auszügen aus Experteninterviews wird die Entwicklung der psychosozialen Beratung in der Bundesrepublik Deutschland nachgezeichnet. Hierauf folgen eine Diskussion ethischer Fragen und eine Darstellung von Beratung als wissenschaftlichem Prozess, in der mögliche Deutungsmuster beschrieben werden, die den Fachkräften einen verstehenden Zugang zur Lebenswelt der Ratsuchenden eröffnen. In diesem Zusammenhang geht es auch um den Umgang mit Rollen und um eine analytische Sichtweise auf den Habitus, auf Entwicklungsaufgaben und Lebenslagen und auf die Lebenslaufstruktur. Der Band wird abgeschlossen durch Anmerkungen zum Beziehungsaufbau, zu einzelnen Schritten der Beratung, zum Phänomen der Regression und zur Bedeutung von Empathie und Feedback für das Gelingen einer Intervention.

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