Rezension zu Neue Störungsbilder - Mythos oder Realität?

DZI Soziale Arbeit Nr. 4.2016

Neue Störungsbilder – Mythos oder Realität?

In Anbetracht der zunehmenden Häufung von Befunden wie der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), dem Asperger-Autismus und der bipolaren Störung stellt sich die Frage, ob diese psychischen Erkrankungen tatsächlich vermehrt auftreten oder ob sich nicht vielmehr die Wahrnehmung auffälligen Verhaltens in Richtung einer Pathologisierung verändert hat. Der Sammelband zeigt, wie professionelle Antworten auf entsprechende Devianzen aussehen können, wobei sowohl gesellschaftliche Veränderungen als auch entwicklungs-psychologische Verläufe in den Blick genommen werden. Die Einzelbeiträge widmen sich zunächst den als Konstrukte angesehenen Begriffen der »Kindheit« und der»Diagnose« sowie den Herausforderungen der neuen Lebensphase der »emerging adulthood«, des frühen Erwachsenenalters, für die psychiatrische und psychotherapeutische Versorgung. Im Weiteren folgen Überlegungen zur islamistischen Radikalisierung, zum Einfluss psychosozialer Bedingungen auf die Entstehung von ADHS und zum Wandel von Störungsbildern wie Autismus, Depressionen und Burnout. Die abschließenden Aufsätze bieten eine kritische Bestandsaufnahme pädagogischer Institutionen und psychoanalytisch orientierter Interventionsformen in Österreich und Deutschland.


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