Rezension zu Psychoanalyse und Gymnastik (PDF-E-Book)

Psyche, 71. Jahrgang Heft 2, Februar 2017

Rezension von Annegret Wittenberger

Lesen Sie hier Auszüge aus der Rezension:

»Heute, wo es ein breites Interesse am Dialog zwischen Psychoanalyse und anderen ›therapeutischen Systemen‹ gibt – man denke bspw. an Psychoanalyse und Buddhismus –, gewinnt Otto Fenichels bisher unveröffentlichtes Manuskript von 1927, das von Elke Mühlleitner in den Fenichel Papers der University of California entdeckt und von Johannes Reichmayr transkribiert wurde, an Aktualität.«

»Fenichel untersucht den Zusammenhang zwischen psychischer und körperlicher Spannung und zeigt, dass die Verdrängung als dynamischer Kampf zwischen Besetzung und Gegenbesetzung in den unzweckmäßigen Bewegungen, denen die Aufmerksamkeit der Gindler’schen Körperarbeit – von Fenichel als Gymnastik bezeichnet – gilt, ihre Entsprechung findet (S. 33).«

»Interessant ist der Vergleich dieser Arbeit, die Fenichel 1927 im Berliner psychoanalytischen Institut vorgetragen, aber nicht veröffentlicht hat, mit einem hier ebenfalls (wieder) abgedruckten Vortrag beim Innsbrucker Kongress im selben Jahr, von dem der Herausgeber meint, Fenichel habe, trotz Ü̈bernahme ganzer Passagen (in dieser Ausgabe markiert) sämtliche Bezüge auf die Gindler’sche Gymnastik gestrichen.«

»Aus meiner Sicht, nach langjähriger analytischer und etwas Erfahrung in der Gindler’schen Körperarbeit, möchte ich ergänzen, dass Analytiker aus zweierlei Gründen von der Methode Elsa Gindlers profitieren können: einmal zur Entgiftung von dem, was wir im Kontakt mit unseren Patienten aufgrund der geforderten seelisch-körperlichen Durchlässigkeit aufgenommen haben, zum anderen aber auch zum Einüben der analytischen Haltung, in der ebenfalls wesentlich ist, wahrzunehmen, was wir empfinden, ohne es zu bewerten oder zu verändern.«

»Insofern: ein höchst aktuelles Buch, sorgfältig ediert und ergänzt durch Photos und eine Gesamtbibliographie der Schriften Otto Fenichels, noch dazu in schöner, ansprechender Aufmachung, mit Fenichels markanter Handschrift auf dem festen Einband, gewidmet Hanna Pitkin, der Tochter des Psychoanalytikers Fenichel und seiner Frau, der Gindler-Lehrerin Nathanson Fenichel.«

Die vollständige Besprechung finden Sie im digitalen Klett-Cotta-Archiv der Psyche:
www.volltext.psyche.de

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