Rezension zu Psychose

PiD – Psychotherapie im Dialog 3/2015

Rezension von Lisa Erhardt

»Niemand ist psychotisch [...] Ein Mensch kann eine psychotische Störung haben, aber das ist etwas anderes.« Joachim Küchenhoff, Psychiater und Psychoanalytiker, fokussiert in seinem Buch die psychotische Erkrankung im interaktionellen System. Wie gestaltet sich die Beziehung zwischen psychotischen Menschen und der Gesellschaft, und welche Wirkung erzielt eine sprachlich differenzierte Auseinandersetzung mit der Symptomatik? So wird die Phänomenologie wahnhafter und schizophrener Störungen im Stil der verstehenden Psychopathologie verfasst. Der Autor widmet zudem der historischen Entwicklung psychoanalytischer Psychosetheorien viel Aufmerksamkeit, um anschließend umfassend ein psychodynamisches Faktorenmodell darzustellen. Abgerundet werden die Ausführungen durch das Kapitel »Psychotherapeutische Arbeit mit psychotischen Patienten«, in dem der Therapieverlauf eines an einer Persönlichkeitsstörung mit psychotischen Anteilen leidenden Patienten ausführlich nachgezeichnet wird. Wer an psychodynamischem Arbeiten Interesse hat, kann mit diesem Buch einiges an grundlegendem Verständnis hinzugewinnen.

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