Rezension zu Zur Psychoanalyse ästhetischer Prozesse in Musik, Film und Malerei

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Rezension von Hans Helmut Prinzler

Dies ist eine Publikation der »Deutschen Gesellschaft für Psychoanalyse und Musik«, aber in immerhin fünf der elf Textbeiträge spielt der Film eine wichtige Rolle. Der Psychoanalytiker Philipp Soldt stellt Überlegungen zu medienspezifischen Formen ästhetischer Erfahrung von Bild, Film und Musik an (»Spielarten der Wahrnehmung«). Sebastian Leikert reflektiert Prozesseigenschaften des Mediums Musik im Vergleich zu Bild und Film (»In Bewegung denken«). Bei Timo Storck geht es um Negativität und Zeitlichkeit in Malerei, Film und (Pop-)Musik (»Das nachtragende Kunstwerk«). Gerhard Schneider sieht den Film »Eraserhead« von David Lynch in einer psychoanalytisch-seduktionstheoretischen Perspektive (»Kult und Ekel«). Konrad Heiland vergleich in seinem sehr originellen Text Opernouvertüren mit Filmanfängen und nennt dafür viele konkrete Beispiele (»Comment commencer?«). Mechthild Zeul untersucht die Bedeutung des Songs »Big Rock Candy Mountain« von Haywire Mac in dem Film »O Brother, where are thou«? der Coen Brothers (»Das Kino als Höhlenhaus der Träume«). Auch wenn mir viele Voraussetzungen fehlen, um die Texte in ihrer wissenschaftlichen Bedeutung zu verstehen – sie öffnen ein interessantes Gedankenfeld. Mit umfangreichen Literaturlisten.

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