Rezension zu Musik und Psychoanalyse hören voneinander

Musikerziehung, Jahrgang 68, Heft 2, Oktober 2015

Rezension von Gerta Steinringer

Der vorliegende 2. Band zeichnet sich vor allem dadurch aus, angeregte und anregende Gespräche von namhaften zeitgenössischen Komponisten wie Wolfgang Rihm, Dieter Schnebel, Cornelius Schwehr und Hans Zender mit dem Psychoanalytiker, Arzt und Musiker Johannes Picht nachlesbar zu machen.

Dialoge und Hörer(innen)-Beiträge zu gemeinsamen musikalischen Erlebnissen erweisen sich für alle Beteiligten als fruchtbar und erhellend für den gegenseitigen Verständnisprozess zwischen Psychoanalytikern und Musikern und deren subtiler Arbeit.

Die Musik- und Psychotherapeutin Maria Becker macht in ihrem Beitrag spannende praktische Erfahrungen (mit Schwerst-minderten) zu experimenteller Musik und Techno zum Thema. - Ein weiterer Aufsatz geht der Frage nach, warum das Verhältnis von Musik und Sprache den Psychoanalytiker interessiert (v. Hrsg. Picht), gefolgt von einem Beitrag des Komponisten C. Schwehr (Sprache - Zeit Musik - Vom Klingen und Bedeuten) sowie die Diskussion zwischen den beiden Protagonisten unter dem Titel »Musik-(Sprache, SprachMusik. (Diesem Thema widmet sich im November 2015 das Symposion der DGPM).

Eine hochkomplexe wissenschaftliche Arbeit bietet Benjamin Barde zum Begriff der »Perfomativität«, äußerst beeindruckend in Stil, Systematik und Anschaulichkeit, nicht zuletzt auch aufgrund des ausführlichen Literaturverzeichnisses.

Dem Herausgeber J. Picht, welcher mit Anleitung und Nachwort diesem Band nochmals einen würdigen Rahmen verleiht, ist auf jeden Fall zu danken!

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