Rezension zu Sucht

Sucht aktuell 1/2016

Das Buch beschäftigt sich mit dem Krankheitsbild der Sucht aus einem psychoanalytischen Blickwinkel. Die heutige Psychoanalyse kennt unterschiedliche Schweregrade der Sucht und verschiedene Funktionen des Suchtmittelgebrauchs wie die Verleugnung neurotischer Hemmungen, das Aufblähen eines geringen Selbstwerts, Beziehungsvermeidung oder gar die Vernichtung eines wertlosen Selbst. Im vorliegenden Buch werden die wichtigsten Erklärungsmodelle dargestellt und anhand zahlreicher Fallbeispiele illustriert. Schließlich gibt der Autor Hinweise für die psychoanalytische Therapie mit Suchtkranken. Hier sollte die Übertragungssituation genutzt werden, um Affekt- und Beziehungsängste bewusst zu machen und sie durch kontrolliertes Erleben abzumildern. Ziel ist, das schwache Selbst des Patienten so weit zu stärken, dass es immer weniger auf die süchtige Abwehr angewiesen ist. In seiner Schlussbemerkung geht der Autor auf die therapeutische Methode der Gegenübertragung ein und zeigt auf, welche Probleme in der Therapie entstehen können.

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