Rezension zu Die Logik der Psychoanalyse

DZI Soziale Arbeit 11.2016

Die Logik der Psychoanalyse

Als Methode zur Therapie neurotischer Störungen zielt die um 1900 von Sigmund Freud entwickelte Psychoanalyse auf die Aufdeckung unbewusster psychischer Prozesse und verdrängter Inhalte mithilfe freier Assoziationen und der Deutung von Wünschen und Träumen. Die vorliegende Studie beschäftigt sich aus erkenntnistheoretischer Perspektive mit der Frage, warum dieser Ansatz ein unscharfes, schwer abgrenzbares Profil zeige und damit einer definitiven Begründung nicht zugänglich sei. Der Autor befasst sich zunächst mit Freuds eigenen wissenschaftstheoretischen Überlegungen, mit deren weiterer Entwicklung und mit dem Spektrum der im angelsächsischen und europäischen Raum verorteten Diskussionen, wobei auch auf Konzepte von Paul Ricoeur, Jürgen Habermas und Alfred Lorenzer eingegangen wird. Im Anschluss folgen Überlegungen zur Differenzierung zwischen nomologischer und autopoietischer Wahrnehmung von Realität und, entsprechend, zwischen denotativen Erklärungsmodellen mit ihrem Anspruch auf eine kontextunabhängige Gültigkeit und konnotativen Theorien, die subjektiven Einflüssen und situationsspezifischen Zusammenhängen einen hohen Stellenwert einräumen. Im Ergebnis entsteht eine Klassifizierung der Psychoanalyse als konnotative Theorie.

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