Rezension zu Musik und Demenz (PDF-E-Book)

nmz - neue musik zeitung Nr. 9/2015, 64. Jahrgang

Rezension von Dirk Klose

Lesen Sie hier Auszüge aus der Rezension:

»Das Buch des deutsch-britisch-holländischen Autorenteams beschreibt ein vor einigen Jahren durchgeführtes, acht Wochen dauerndes Vorhaben an der Londoner Wigmore Hall, bei dem im Rahmen eines seit 1993 laufenden Modellprojekts ›Music for Life‹ demenzkranke Menschen von professionellen Musikern zum Mitmachen und Mitspielen angeregt wurden. In diesem Fall nahmen acht kranke Frauen, vier Musiker (Oboe, Harfe, Cello, Flöte) und mehrere Pflegekräfte teil. Eine Fülle leicht zu bedienender Instrumente meist aus überseeischen Kulturkreisen wurden dabei eingesetzt (Schalen, Metallophon, Kalimba, Fußreifen, Bodhran, Djembe, Guiro, Regenstab, verschiedenste Trommeln), mit denen gegongt, gerasselt, getrommelt, gerüttelt, gezupft und geschrubbt wurde.«

»Musik, so die Autoren, ›kann ein starkes Medium sein, bessere Lebensbedingungen für Menschen zu schaffen, die mit Demenz leben‹. Von den Musikern wurde viel verlangt: Sie mussten flexibel sein, bereit und fähig zu unmittelbarer Improvisation, geduldig und lernwillig mit Blick auf die Kranken, um jederzeit auf überraschende Situationen reagieren zu können. Überhaupt ist große Sensibilität für die beteiligten Menschen eine wichtige Voraussetzung; das Buch zeigt in mehreren Passagen, wie warmherzig, ja zum Teil zärtlich gerade die beiden Musikerinnen (Harfe und Cello) mit den Patientinnen umzugehen gelernt haben.«

»Die Frage, ob Musik helfen kann, die Lebensbedingungen dementer Menschen zu verbessern, bejahen die Autoren vehement: ›Das ›Music for Life‹-Projekt gibt uns eine Idee, wie ein ebenso humaner wie kreativer Umgang mit Menschen aussehen könnte, die bis heute am Rande gesellschaftlicher Aufmerksamkeit stehen, in den folgenden Jahrzehnten jedoch ins Zentrum der Sozial- und Gesundheitspolitik rücken werden.‹«

Den gesamten Artikel finden Sie hier:
www.nmz.de

zurück zum Titel