Rezension zu Patient Scheidungsfamilie

Frühe Kindheit 2/2013

Rezension von Jörg Maywald

Die Scheidung vom Kind her denken

Trennung und Scheidung sind emotionale Ausnahmesituationen für die Eltern und ganz besonders für das Kind. Denn gerade dann, wenn Kinder den Beistand von Mutter und Vater dringend brauchen, sind diese dazu häufig am wenigsten in der Lage. Qualifizierte Beratung, die vom Kind her denkt, kann helfen, die Belastungen für alle Beteiligen so gering wie möglich zu halten

In seinem Buch »Patient Scheidungsfamilie« behandelt der erfahrene Psychoanalytiker, Erziehungsberater und Scheidungsexperte Helmuth Figdor die gesamte Bandbreite der mit einer Scheidung zusammenhängenden psychologischen und pädagogischen Fragen. Schwerpunkte sind die Bedeutung der Rolle des Vaters, Chancen von Psychotherapie und Beratung, Hilfen bei hoch konflikthaften Trennungen sowie die Wahrung des Kindeswohls in familiengerichtlichen Verfahren. Besonders eindrücklich ist eine Liste mit 18 Empfehlungen und Hinweisen, deren Beachtung eine Scheidung »gelingen« lassen können. Immer wieder fordert der Autor dazu auf, den Kindern Gehör zu schenken und deren Sichtweise zu berücksichtigen. So etwa, wenn ein elfjähriges Kind auf die Frage, was Eltern in einer Scheidungssituation für ihre Kinder tun können, antwortet: »Die Eltern sollten mit dem Kind darüber reden und dem Kind alles erklären, den Grund für die Scheidung, auch, damit die Kinder dann keine Angst haben, wissen, was kommen wird, und damit nicht alles so plötzlich kommt.«

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