Rezension zu Nachkriegskino

Psychologie heute August 2014 41. Jahrgang Heft 8

Filme wie Rosen für den Staatsanwalt, Des Teufels General, Schwarzwaldmädel oder Grün ist die Heide waren Kassenschlager in Nachkriegsdeutschland. In allen diesen Streifen, ob sie nun als »Heimatfilm« die Sehnsucht nach heiler Welt bedienten oder sich um »Aufarbeitung« des Dritten Reiches bemühten, wird die seltsame Grundstimmung der Adenauer-Republik spürbar: eine Melange aus Verharmlosungen, Verdrängung, Scham und trotzigen Rechtfertigungen. Gerhard Bliersbach, Psychotherapeut und psychoanalytisch geschulter Filmexperte, unterzieht die Fülle der Filme einer sorgfältigen Analyse und schreibt mit Nachkriegskino ein packendes Psychogramm dieser Zeit. Zwischen 1946 und 1963 thematisiert die junge Bundesrepublik auch filmisch das Dilemma der Davongekommenen: Wie kann man das Unfassbare der Nazizeit bereden oder gar »bewältigen«? Wie richten sich Täter, Mitläufer und Traumatisierte in der aufgezwungenen Demokratie ein?

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