Rezension zu Seele und totalitärer Staat

Seele und Politik www.freitag.de

Rezension von Regine Igel

Das deformierte Ich

Wie soll sich die Gesellschaft zu den zerstörerischen Auswirkungen repressiver politischer Verhältnisse in der menschlichen Seele verhalten? Was Psychologen mit ihren Patienten hinter geschlossenen Türen oder auf ihren Fachversammlungen genau analysieren, blenden Politiker und politisch Engagierte nach wie vor gern aus, wollen es oft nicht wahrnehmen. Diese Kluft bleibt groß, auch nach 60 Jahren Frieden und Wohlstand im Lande, die es einem Volk eigentlich erlauben würden, sich stärker seinen Seelenbefindlichkeiten zu widmen als in Not- und Nachkriegszeiten. Und dennoch regt sich langsam etwas.

Psychische Traumen bei ethnischen Großgruppen und Bevölkerungsteilen wie Kriegskindern, Soldaten oder im Bombenhagel Überlebenden werden seit einigen Jahren auch über die Fachwelt hinaus – sehr verhalten, aber immerhin – in den Massenmedien thematisiert. Das gleiche gilt für psychisches Leid, das durch Entwurzelung und Heimatverlust bei Vertriebenen, Migranten, Asylanten und – Ostdeutschen entsteht. Man beginnt, kollektive Psychen und ihre Beschädigungen so zu hinterfragen wie die von Einzelindividuen.

Ein paar Psychoanalytiker haben nun das Wagnis unternommen, sieben ostdeutsche Patienten-Geschichten öffentlich vorzustellen. Die meisten Autoren des Buches Seele und totalitärer Staat. Zur psychischen Erbschaft der DDR sind gebürtige »Ostdeutsche« und am Mitteldeutschen Institut für Psychoanalyse in Halle sowie in eigener Praxis tätig. Sie zeigen bedrängend deutlich auf, – eng Personen bezogene Daten sind geändert – wie Seelen nachhaltig beschädigt werden, wenn sie dauerhaft Verfolgung, Unterordnung, negativer Bewertung und einer Atmosphäre der Gleichschaltung unter einer verordneten Ideologie und Überwachung ausgesetzt sind.

Tradierter Untertanengeist

Der erste Fall führt in eine Familie, die sich erst an die Nazis, dann bruchlos an den SED-Staat bindet. Der Vater des Patienten steigt in der frühen DDR vom Tischler zum Lehrer und Schuldirektor auf und ordnet sich als SED-Funktionär in die Partei-Hierarchie ein. Eigene Gefühle, eigene Gedanken kommandiert der Vater dem Sohn von klein auf weg. Nur kurz als Jugendlicher lehnt sich der Sohn/Patient gegen diesen autoritären, meinungslosen, buckelnden und angepassten Vater auf. Dann wird er selbst SED-Mitglied und ein noch strengerer, dogmatischerer Genosse als der Vater. Die inneren Verhärtungen, die sich dabei bilden, machen sich solange nicht leidvoll bemerkbar, wie sie mit den äußeren, gesellschaftlich-autoritären Strukturen der DDR übereinstimmen. Erst nach 1989 schaffen sich die schon im Laufe der Kindheit abgespaltenen, aber lebendig gebliebenen Anteile der Seele in Herzangstanfällen und anhaltenden Schwindelgefühlen ein somatisches Ventil. Der Patient wird arbeitsunfähig, kann seine berufliche Tätigkeit als Hochschulassistent nicht mehr ausüben.

Der Fall verdeutlicht, wie verinnerlichte diktatorische Strukturen über Generationen ungebrochen weitergegeben werden können. Dies vor allem auch, weil die DDR »die ungeheure Hypothek an Schuld und gesellschaftlichem Wahnsinn aus der Zeit des Nationalsozialismus« in hohem Maße geleugnet hat. Die Chefideologen erklärten ihren Staat zum natürlichen Nachfolger eines Antifaschismus und ihre Bürger zu Antifaschisten. Ein Fortleben des »Bösen«, konkret der totalitären Strukturen auch im Inneren der Menschen, wurde nach außen, in die BRD verlagert. Doch kollektive Schattenseiten verschwinden nicht per Dekret. Nach 1945 lebten sie in autoritärem Verhalten und undemokratischen gesellschaftlichen Strukturen keineswegs nur im Westen fort.

In einem anderen Fall wird dem Leser ein ehemaliger IM vorgestellt, der die psychotherapeutische Praxis aufsucht, weil er sich labil und abhängig fühlt, unter »Unruhe-, Drangzuständen und depressiven Verstimmungen« leidet. Herausgearbeitet wird hier, wie dem »paranoiden Menschenbild der Stasi« mit seinem rigiden Freund-Feind-Schema innerpsychische Strukturen entsprechen, die wiederum in einem Elternhaus gediehen, das von Unoffenheit, Angst, Anpassung, Denunziation und einem übermäßigen Harmoniebedürfnis geprägt war. Aufschlussreich ist auch der Fall einer an Magersucht erkrankten Frau, deren Vater der Nationalen Volksarmee angehörte und der in der Familie stark »militarisierte Machtstrukturen, gepaart mit Bedrohung, Zwang, Geheimhaltung und Übergriffigkeit« durchsetzte. Die Individualität der Patientin und ihre Bedürfnisse fanden weder im gesellschaftlichen noch im familiären Umfeld Resonanz.

Eine ähnliche Abhängigkeit des Kindes vom strengen Regiment des Vaters zeigt der mit Überleben in der Nische. Über die Identifizierung mit deutschen Familientraditionen beschriebene Fall. Die Nische ist hier die für die DDR atypische familiäre – und nicht kollektive – Bewirtschaftung eines Hofes. Der Sohn wird Ende der neunziger Jahre zum therapeutischen Fall, da es ihm mit dem Ende der DDR nicht gelingt aus der Großfamilie, die gegen DDR-Zwänge als »Trutzburg« fungierte, herauszutreten und zu einem selbstbestimmten Leben zu finden. Ihn peinigen Zwangsvorstellungen und Bindungsunfähigkeit, er konnte »die gravierenden politischen und ökonomischen Umbrüche nach 1989 nicht zur Lösung seines inneren Loyalitätskonfliktes nutzen.«

Die Ich-schwache »sozialistische Persönlichkeit«

Der in dem Kapitel mit der Überschrift In der Krippe. Zu den psychischen Folgen gesellschaftlich organisierter Traumatisierung beschriebene Fall öffnet den Blick auf die Rolle der staatlichen Krippen. Wohl gaben diese den Müttern die Möglichkeit, schon früh wieder zu arbeiten. Aber was passierte mit den (circa 81 Prozent aller) Babys oder Kleinkindern? Nicht nur, dass sie meist allein mit der »traumatisierenden frühen Trennung von der Mutter (oder einer anderen Bezugsperson)« fertig werden mussten und damit »für ein kleines Kind schier unerträgliche Gefühle von Angst und Panik, von Schmerz und Ohnmacht« durchlebten. Der sich in der westlichen Nachkriegsgesellschaft durchsetzenden Erkenntnis, dass Babys und Kleinkinder Liebe einer konstanten Bezugsperson brauchen, um zu einer ausgeglichenen und Ich-starken Persönlichkeit heranzuwachsen, wurde in der DDR der Weg versperrt. Dominant im Mittelpunkt der Krippenerziehung war zudem ein strenges Reglement für die zentralen kindlichen Bedürfnisse wie Essen, Auf-den-Topf-Gehen, Spielen und Schlafen. Das war Erziehung zur »sozialistischen Persönlichkeit«, zur »Befähigung für das Kollektiv« und zu einem »streng vorgegebenen Normenwissen«. Die Einzigartigkeit eines jeden Kindes und seine berechtigten individuellen Bedürfnisse wurden dabei kaum berücksichtigt. Diese aus dem Obrigkeitsstaat tradierte Erziehung zielte auf einen manipulierbaren, Ich-schwachen, sich unterordnenden Menschen.

Bei der Patientin suchten sich die negative Erfahrung mangelnder Wahrnehmung und Wertschätzung und der nicht beachtete Kummer schon als Kleinkind ein Ventil in häufigem Kränkeln, Weinen und depressivem Verhalten. Als Erwachsene sucht sie die Hilfe eines Psychotherapeuten, weil sie beherrscht ist von starken Trennungsängsten und Gefühlen inneren Ausgeliefertseins, also dem Agieren aus dem Unbewussten.

Alle Fälle zeigen eindringlich, dass ein Leben in repressiven Verhältnissen bedeuten kann, aus Angst vor Gewalt und angedrohten Strafen eigene Gedanken und Gefühle sehr einschränken zu müssen, sich selbst am Ende nicht mehr zu spüren und seine Ich-Konturen zu verlieren. Sie zeigen die enge Verwobenheit von individuellem und gesellschaftlichem Sein, die Schwierigkeiten erstarrte Verhaltensweisen aufzubrechen und auch heute noch mit der »unseligen Erbschaft der DDR« fertig zu werden.

Politische und familiäre Repression

»Uns Ostdeutschen wurde in der ehemaligen DDR permanent abverlangt, (...) mit einer Wirklichkeit zufrieden zu sein, die wir oft als traurig, schmerzhaft und enttäuschend empfanden«, heißt es in der Aufsatzsammlung mit dem Titel Traumatisierungen in (Ost-) Deutschland. Alle Autoren stammen aus der DDR und sind heute als Psychoanalytiker oder -therapeuten tätig. Doch die Deutschen insgesamt, nicht nur die aus der DDR, heißt es in dem Buch, seien »ein traumatisiertes Volk« und das heißt »Täter und Opfer schwerster Gewalterfahrungen«. Im Westen bestimmen Aspekte von Schuld und Scham die Aufarbeitung der Nazi-Zeit. Ostdeutsche Biographien sind über die Nazi-Zeit und den Zweiten Weltkrieg hinaus auch noch durch die gewaltsam aufoktroyierte deutsche Teilung, den DDR-Totalitarismus und durch den Bruch 1989 geprägt.

Unter die Lupe genommen wird, in welchem Ausmaß dieses repressive System Psyche und Verhalten seiner Individuen je nach den konkreten Lebensumständen mal mehr, mal weniger deformieren konnte. Das reichte von intensiven traumatischen Erfahrungen aus der frühen DDR wie politischer Haft mit psychischer und physischer Folter, unerklärlichem Verschwinden oder gar der Hinrichtung eines nahen Menschen bis hin zu Ausgrenzung von beruflichen Ausbildungsmöglichkeiten oder DDR-alltäglichen Anpassungsanforderungen. Was in der unterdrückten DDR-Literatur immer wieder zum Stoff wurde, hinterfragen heute Psychologen: Welche Mechanismen der herrschenden Ideologie und der einen herrschenden Partei hemmten die freie Entfaltung des Individuums? Was bewirkten allgegenwärtige Observation und Maßregelung, offener und subtiler Terror und fehlende Rechtssicherheit in der eigenen Psyche?

Zu diesen sozial brisanten und im Einzelfall möglicherweise auch bedrohlichen Fragen wurde es nach Hans-Joachim Maaz Band Gefühlsstau von 1990 publizistisch still. Seither haben westdeutsche Feuilletonisten – auf Maaz bezogen – die ostdeutschen seelischen Beschädigungen immer mal wieder seziert. Die Betroffenen selbst hatten unterdessen den Verlust der vertrauten Lebensbezüge, das übergestülpte Neue und biographische Brüche zu bewältigen. Nicht nur, dass es Zeit braucht, um nach einem eingeengten Leben im Überwachungsstaat die eigene Identität neu zu stabilisieren. Hinzugekommen sind die Enttäuschungen und Entwertungstraumata der Zeit nach 1989, neue Entfremdung und alte Ohnmachtgefühle. Im Prozess der Wiedervereinigung fand Seelengeschehen wenig Beachtung.

Jede Repression, die das freie Denken und Handeln unterdrückt, sei sie von staatlichen oder familiären Machtinstanzen ausgeübt, richtet Schaden an. Permanente Angst in die Fänge der Macht zu gelangen, etwas Falsches zu sagen oder zu tun, bedeutet eine Zurücknahme der eigenen Persönlichkeit, Demütigung, Unterwerfung und andere Kränkungen. Impulse für Veränderungen des eigenen oder gesellschaftlichen Lebens werden gebremst und die nicht offen gelebten negativen Gefühle wie Angst, Wut, Trauer, Ohnmacht werden aus dem Bewusstsein ins Unbewusste verdrängt, um die negativen Umstände überhaupt aushalten zu können. Bei andauernder Rücknahme eigener Äußerungen wird man am Schluss zum Schutz schließlich stumm.

Dieses Leben der »unerträglichen Konflikte«, wie es 1943 schon der Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer in Worte gefasst hat, kann in seinen extremen Fällen eine unbewusst bleibende Identitätsspaltung, seelische und körperliche Krankheiten zur Folge haben. Vor allem dann, wenn staatliche und familiäre repressive Lebensbedingungen auch noch zusammentreffen.

In beiden Teilen Deutschlands hatten Krieg und nationalsozialistische Gewaltherrschaft tief greifende Spuren hinterlassen. Gründliche Veränderungen der überkommenen autoritären Strukturen in Familie und Gesellschaft kamen im Westen entscheidend erst durch die Impulse der antiautoritären Studentenbewegung von 1968 in Gang. Im Osten führte das Überleben in den Nischen schließlich zu den gesellschaftlichen Umbrüchen 1989, die zum Auslöser innerer Wandlungsprozesse wurden. Doch nicht jedem gelingt es, ohne Hilfe, die inneren Erstarrungen aus der eigenen Kindheit, aus Jahrzehnten oder gar Generationen zu lockern.

Verdrängen oder Aufarbeiten

Die Ostalgie-Welle in Film, Fernsehen und Literatur der letzten Jahre wirkte kollektiv als beruhigende Seelenspritze. Doch die verklärende Rückschau nur auf die heitere Seite der Vergangenheit rührt nicht an den eigenen und kollektiven Schattenseiten und überwindet die verinnerlichten Schrecken nicht. Über den Spielfilm Das Leben der anderen kann man in ästhetischer Hinsicht geteilter Meinung sein. Aber es scheint, dass dieses Werk erstmals kollektive Abwehrmechanismen gegenüber der DDR-Erbschaft aufgebrochen hat.

Auch in der BRD gab es diesen Verdrängungsprozess. Ein bewusster und öffentlicher Umgang mit dem Kollektivtrauma der Nazizeit war erst 1979 mit der Fernsehserie Holocaust möglich. Auch sie war interessanterweise von Nichtbetroffenen, nämlich von US-Amerikanern, gedreht. Das ganze Land war gebannt. Endlich hatten die BRD mit dem Filmtitel sogar ein Wort für all die Schrecken der Vergangenheit, auch dies von außen hereingebracht und deshalb nicht so beklemmend. Das Leben der anderen holte Praktiken und die Allmacht der Stasi plötzlich aus den Akten wieder in den öffentlichen Diskurs. Ehemalige Stasi-Funktionäre reagierten mit Stärkedemonstrationen und traten gegen ihre einstigen Opfer und deren vom Film ausgelöste Betroffenheit überraschend dreist und geballt auf. Ihren früheren Chef Markus Wolf trugen sie mit unverhohlener Ehrerbietung zu Grabe.

Der psychoanalytische Prozess des Bewusstmachens unbewusst gebliebener Prägungen hat nicht nur für das Individuum seinen Sinn, sondern auch für das Kollektiv oder ein ganzes Volk. Die Beiträge in Traumatisierungen in (Ost-)Deutschland versuchen aufzuzeigen, dass individuell verdrängtes Leid sich leichter lösen und seine unbewusste Weitergabe an die nachfolgende Generation sich verringern wird, wenn nicht nur der Einzelne in seinem privaten Raum, sondern auch die Gesellschaft als Ganzes sich erinnert und den Blick in die kollektiven Schattenwelten wagt.

Gespaltene Gesellschaft, gespaltene Seelen

Ein zentrales Kennzeichen des Lebens in der DDR war es, im Spannungsbereich zwischen offiziellem und inoffiziellem Leben den eigenen Ort auszutasten: wie viel Anpassung ist nötig, wie viel Widerstand ist möglich? Die Realität war für alle gleich: »Zu Hause war man ein anderer Mensch als am Arbeitsplatz oder sonst wo im Bannkreis der ideologisierten Gesellschaft« sagt einer der Patienten. Wo aber blieben die eigenen Gefühle, Gedanken und Handlungsimpulse, wenn der totalitäre Staat keinen Widerspruch duldete und seine Repräsentanten alles und jeden in ihrem Griff hatten?

Doch man war nicht nur hilflos ausgeliefert. Es gab auch Möglichkeiten, »im kranken System gesund zu bleiben«, so der (nicht Ost-) Berliner Psychoanalytiker und Leiter der Beratungsstelle »Gegenwind« für politisch Traumatisierte aus der DDR, Stefan Trobisch-Lütge. Gegen Misstrauen und Kontrolle konnte der Zusammenhalt von Familien, Kirchengemeinden und subkulturellen Kreisen zur Rettungsinsel werden. In diesen Nischen konnten Kommunikationsbremsen und aufgezwungene Masken fallen und ein Zugehörigkeitsgefühl im großen WIR leben, das das Individuum für seine Identität und Stabilität braucht.

Die Autoren von Seele und totalitärer Staat sind überzeugt davon, dass »Persönlichkeitsspaltung zum DDR-Spezifikum« wurde, »zur alltäglichen Haltung, die von den Betroffenen schon gar nicht mehr als solche wahrgenommen wurde«. Doch in seinem Vorwort beruhigt der Schriftsteller Günther Kunert, keineswegs müsse deswegen nun die gesamte Ost-Bevölkerung auf die Couch. Wie die Ost-Therapeuten sich selbst in ihrer DDR-Prägung immer wieder in Frage zu stellen versuchen, tut dies auch der West-Therapeut. In demütiger Offenheit reflektiert Trobisch-Lütge, wie er vermeiden kann, in die Rolle des Besserwissers aus dem Westen zu geraten. Ein wunder Punkt im Zusammenwachsen zweier unterschiedlicher deutscher Seelenlandschaften.

Seelenleben und Öffentlichkeit

Dass innerseelische Vorgänge in der medialen Öffentlichkeit nur zögernd Aufmerksamkeit finden, hat verständliche Gründe. »Über Investitionsvolumen, Arbeitslosenzahlen und Bruttosozialprodukte lässt sich leichter sprechen als über psychische Fixierungen, Ängste, Wünsche und innere Konflikte«, heißt es in der Einleitung von Seele und totalitärer Staat. Zudem handelt es sich um eine unsichtbare Sphäre und Schattenseiten, die sich alle, und da ergeht es dem Westdeutschen so gar nicht anders als dem Ostdeutschen, selbst nur mühsam eingestehen und zu denen der Zugang erarbeitet werden muss. Dem Psychosozial-Verlag kommt das große Verdienst zu, dieser Entwicklung eine Plattform zu geben. Wiewohl der interessierte, nicht einschlägig gebildete Leser sich in den genannten Büchern einen weniger abschottenden Fachjargon wünschen würde.

Tomas Plänkers, Ulrich Bahrke, Monika Baltzer, Ludwig Drees, Gerold Hiebsch, Marion Schmidt, Dagmar Tautz: Seele und totalitärer Staat. Zur psychischen Erbschaft der DDR. Psychosozial-Verlag, Stuttgart 2005, 177 S., 19,90 EUR

Stefan Trobisch-Lütge: Das späte Gift. Folgen politischer Traumatisierung in der DDR und ihre Behandlung. Vorwort von Marianna Birthler. Psychosozial-Verlag, Stuttgart 2004, 171 S., 19,90 EUR

Christoph Seidler, Michael J. Froese (Hg.): Traumatisierungen in (Ost-)Deutschland. Psyche und Gesellschaft. Psychosozial-Verlag, Stuttgart 2006, 169 S., 19,90 EUR

Regine Igel lebt als freie Publizistin in Berlin. Von ihr erschien 2006 im Verlag Herbig der Band: Terrorjahre. Die dunkle Seite der CIA in Italien.


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