Rezension zu Sexualität

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Rezension von Uwe-Friedrich Obsen

Quindeau, Ilka: Sexualität

Auf sehr hohem theoretischem Niveau stellt die Frankfurter Klinische Psychologin nicht etwa, wie man vielleicht vom Titel her erwarten könnte, die Phänomene und Lebensweisen sexueller Erfahrung vor, wie sie in letzter Zeit etwa Gunter Schmidt (BA 9/04) oder U. Clement (BA 11/06) beschrieben haben, sondern die Autorin konzentriert sich, wie in ihren früheren Arbeiten (hier alle nicht angezeigt), auf Sigmund Freud und seine Psychoanalyse. Auf der Basis von Freuds »Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie« überprüft Quindeau Freuds Theoreme und modifiziert sie ggf. Im Mittelpunkt steht dabei die »Allgemeine Verführungstheorie« von Jean Laplanche, der davon ausgeht, dass die Sexualität des Kindes sich durch den liebevollen Kontakt mit den Bezugspersonen entwickelt. Triebe seien also nicht endogen-biologisch angelegt, sondern lebensgeschichtlich erworben. Als Konsequenz aus dieser Annahme präsentiert die Autorin das Modell einer »geschlechtsübergreifenden menschlichen Sexualität«, in dem Geschlecht als »gesellschaftliche Ordnungsstruktur« infrage gestellt ist. – Für eine professionelle Klientel. (3)

Uwe-Friedrich Obsen
ID bzw. IN 2014/16

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