Rezension zu Gemeinschaftsgefühl

Zeitschrift für Individualpsychologie 38. Jahrgang, 3/2013

Rezension von Almuth Bruder-Bezzel

Lesen Sie hier Ausschnitte aus der Besprechung:

»In einem sehr umfangreichen Buch bearbeitet Mackenthun das genuin individualpsychologische Thema ›Gemeinschaftsgefühl‹ und versteht seine ›Methode‹ als ›historisch-kritisches Quellenstudium‹ und ›hermeneutische Textanalyse‹ (S. 25). Offenbar ist es eine Habilitationsarbeit, angesiedelt an der Universität Klagenfurt (Prof. Jutta Menschik).«

»In sieben großen Kapiteln werden die Begriffe Gemeinschaftsgefühl, Gemeinschaft, Verhältnis Individuum-Gemeinschaft, die Theorieentwicklung Adlers insgesamt, entfaltet und differenziert diskutiert. Kapitel 2, 3, 6 und 7 sind auf Adler und Individualpsychologie zentriert, Kapitel 4 und 5 sind den philosophischen und soziologischen Darstellungen des Spannungsverhältnisses Individuum und Gemeinschaft gewidmet. Diese Kapitel könnte man auch als Nachschlagewerk verstehen.«

»Mackenthun scheint in seiner Haltung zum Gemeinschaftsbegriff deutlich zu schwanken, eine betont hohe Wertschätzung des Gemeinschaftsgedankens wechselt mit einer deutlichen Zurückweisung von Gemeinschaft zur Ehre des Individuums, der Freiheit. Gemeinschaft gilt dann als bedrohlich, als Gefahr, bis hin zur Gemeinschaft als Tor zum Faschismus. Das Schwanken ist verständlich, wenn man einbezieht, dass es ja so viele unterschiedliche Gemeinschaften und Ansprüche, Rechte, Pflichten, Eigenschaften, aber auch Ziele und Quellen von Gemeinschaften gibt.«

»Heute dient die Denunzierung von Gemeinschaft der Legitimation der Aufgabe der sozialen Verantwortung für alle Bürger, also der Aufgabe des Sozialstaats. Damit bleibt die Freiheit und Würde der Mehrheit der »Individuen« auf der Strecke zugunsten der Entfaltung einer kleinen Zahl von privilegierten Individuen. Das ist für mich Grund genug, an einem – versteht sich, kritischem, – Begriff von Gemeinschaft festzuhalten.«

Die vollständige Rezension finden Sie hier:
www.v-r.de

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