Rezension zu Geschwisterdynamik

Psychotherapeutenjournal 2/2013, S. 166

Rezension von Dorothee Adam-Lauterbach

Lesen Sie hier Auszüge aus der Rezension:

»Hans Sohni, Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychoanalyse, Psychoanalytiker und Familientherapeut, hat einen Beitrag zur Konzeptualisierung der Geschwisterdynamik verfasst, in dem er psychoanalytische, entwicklungspsychologische, familiendynamische und systemtheoretische Aspekte der Geschwisterbeziehung mit seinem psychotherapeutischen Erfahrungshintergrund verknüpft und veranschaulicht.«

»Sohni betont, dass es in der Psychotherapie nicht nur darum gehe, die Geschwisterdynamik hinsichtlich der Übertragungs- und Gegenübertragungsprozesse aufzuspüren und zu bearbeiten, sondern die Geschwister auch als Ressource nutzbar zu machen.«

»Der Anspruch, seiner Konzeptualisierung gerecht werden zu können, führt aber auch zu einer Schwäche des Buches. Denn die Vermischung von empirischen Befunden der Entwicklungspsychologie und Familiensoziologie mit systemtheoretischen und psychoanalytischen Konzepten ist – abgesehen von der Problematik, angesichts des Pluralismus innerhalb der psychoanalytischen Theoriebildung von der Psychoanalyse zu sprechen – zwar bereichernd, aber für eine Konzeptualisierung der Geschwisterdynamik m. E. zu breit angelegt.«

»Letztendlich ist es Sohni aber gelungen, ein tiefes Verständnis der Geschwisterdynamik zu ermöglichen und zu zeigen, wie dies psychotherapeutisch nutzbar gemacht werden kann. Bemerkenswert ist zudem der Blick auf die Ressourcen, die Geschwisterbeziehungen im Lebensverlauf und im psychotherapeutischen Prozess innehaben können. Damit vermittelt sich dem Leser eine klinische Perspektive, die nicht nur eine Vertiefung, sondern auch eine Erweiterung psychotherapeutischen Handelns bedeutet.«

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