Rezension zu Verborgene Wege

Deutsches Ärzteblatt PP 2/2012

Rezension von Thomas Bender

Lesen Sie Auszüge aus der Rezension:

»Bolognini ist ein Gentleman der Psychoanalyse, der in den heftigsten Stürmen der Übertragung eine wohlwollende und humorvolle analytische Haltung bewahrt. Aus seinem Plädoyer für ein schulenübergreifendes Verständnis von Empathie folgte die klinische Frage, auf welchen Wegen der Therapeut jenseits seiner Deutungskunst mit dem Verdrängten des Patienten so in Berührung kommt, dass es bewusst werden kann. Dieser Frage geht er nun in seiner zweiten, ins Deutsche übersetzten Aufsatzsammlung in drei Schritten nach, die eine ›Theorie und Technik der interpsychischen Beziehung‹ begründen sollen.«

»Sein besonderer Sinn für die sinnlichen Frequenzen der menschlichen Kommunikation macht ihn nicht nur zu einem besseren Zuhörer, sondern er entwickelt daraus auch ein tieferes ›szenisches Verstehen‹ und handelt in einer Art und Weise, die an Michael Balint erinnert. Das macht Spaß und dieses Buch zu einem Vademekum für erschöpfte Therapeuten, das sie die Freude an diesem ›unmöglichen Beruf‹ neu entdecken lässt.«

»Es ist vielleicht sein wichtigster Beitrag, auf eine anschauliche Weise die Tiefe und Komplexität der therapeutischen Beziehung so zu ergründen, dass Psychotherapeuten die Angst davor ertragen können, ohne die analytische Denkfähigkeit zu verlieren. Denn für Bolognini ist in jeder noch so dramatischen Begegnung der ›Schatten der Objekte‹, also die Lebensgeschichte eines Patienten allgegenwärtig. Diese analytische Form von ›Ganzheitlichkeit‹ macht seine Arbeiten so wertvoll in Zeiten intellektueller Dekonstruktion und wissenschaftlicher Fragmentierung.«

Die vollständige Rezension finden Sie hier:

www.aerzteblatt.de

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