Rezension zu Neue Grundlagen für die Psychoanalyse

Zeitschrift für psychoanalytische Theorie und Praxis, Heft 1/2012

Rezension von Christian Kläui

Auszüge aus der Rezension:

»Gewiss hätte man mit dem Werk von Jean Laplanche auch anders vorgehen und etwa die 1988 auf Deutsch erschienene Aufsatzsammlung Die allgemeine Verführungstheorie und andere Aufsätze neu auflegen können. Das kann ja noch kommen. Was jedenfalls dafür spricht, das hier zu rezensierende Werk in die deutsche Diskussion zu bringen, ist, dass es einen sehr guten Einblick in Laplanches Art zu denken und zu argumentieren gibt und sich mindestens für Freud-versierte Leser, leicht erschliesst. Denn Laplanche arbeitet sich immer von Freud her und wieder auf Freud hin durch seine Themen hindurch: ›Freud ist für Laplanche Fundament und Fundus‹, sagen die Herausgeber, Udo Hock und Jean-Daniel Sauvant, in ihrem informativen Vorwort.«

»Ein erster Teil des Buches widmet sich mit kritischer Absicht den vielfältigen Bezugnahmen der Psychoanalyse auf andere Wissenschaften – Biologie, Vorgeschichte, Physik, Linguistik, Psychologie –, um mancherlei Verwirrungen deutlich zu machen, die daraus resultieren, dass in diesen Wissenschaften Grundlagen für die Psychoanalyse gesucht werden, bevor noch ihr eigentlicher Gegenstandsbereich angemessen bestimmt ist.«

»Jedenfalls eröffnet Laplanches ›Grundlegung‹ auch Zugang zu neuen Fragen: Insbesondere ist zu erwähnen, wie sehr Laplanche die obligatorische Passivität betont, in der sich das Kind in der allgemeinen Verführungssituation dem aktiven Erwachsenen gegenüber befindet (S. 161). (Diese Asymmetrie ist wohl auch der Grund, warum Laplanche überhaupt den Begriff ›Verführung‹ beibehält). Das ist gewiss ein wichtiger Hinweis, der in klinischen Belangen hilfreich sein kann, wenn es etwa um Fragen des ›gewachsenen Felsen‹, der negativen therapeutischen Reaktion oder des Masochismus geht.«

Die vollständige Rezension finden Sie als PDF-Datei unter:
www.zptp.eu

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