Rezension zu Fifty Blues

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Rezension von Gerd Kriebisch

Preisendörfer, Bruno: Fifty Blues

»Das 50. Lebensjahr ist genau das richtige, um noch einmal von vorne anzufangen«, meint der gerade 49 Jahre alt gewordene Psychoanalytiker Dr. Emilio Schmitz-Goddoni. Er ist viel allein. Die Töchter treiben sich herum, die Ehefrau ist als Architektin in der ganzen Welt im Einsatz. Da bleibt die persönliche Lebenskrise nicht aus, die auch kaum durch die abendlichen Besuche in Etablissements und Bordellen geändert werden kann. Die Probleme der Patienten und der Zustand der Welt sind oft nicht verbindlich zu klären. Der Dauerklient Markmüller ist ein passendes Beispiel. Auch Gott (50 Milliarden Jahre alt) und ein Clown kommen ins Spiel, ändern aber nichts am ausweglosen Grundthema. Die 50 Mini-Kapitel mit jeweils 5 Seiten mögen originell sein; sie können lebhafte Debatten auslösen, wie beim Lesewettbewerb zum 33. Ingeborg-Bachmann-Preis deutlich wurde. Die etwas bizarre, eher komisch-traurige Erlebnissammlung des Psycho-Fachmanns betont vor allem Negativpunkte des menschlichen Daseins, die in die Traumarbeit flüchten lassen.

Vom Autor zuletzt: »Manneswehen«

Gerd Kriebisch

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