Rezension zu Lexikon deutschsprachiger Schriftstellerinnen im Exil 1933-1945

Germanistik. Internat. Referatenorgan mit bibliographischen Hinweisen

Rezension von Dr. Ehrhard Bahr

Namen wie Rose Ausländer, Vicki Baum, Hilde Domin, Nelly Sachs oder Anna Seghers sind bekannt, und ihr Leben und Werk bedürfen nicht dieses Lexikons. Seine Bedeutung besteht in der Bestandsaufnahme der Mehrzahl der von der Literaturgeschichte vernachlässigten Exilschriftstellerinnen.

Obwohl seit Beginn der 1990er Jahre eine deutlich stärkere Beachtung der Exilautorinnen festzustellen ist, hat die Forschung hier noch vieles aufzuarbeiten. Seit der 1. Aufl. von 1995 konnten 5 weitere Exilautorinnen aufgenommen werden. Inzwischen hat die Forschung gezeigt, daß Frauen wie Gina Kaus, Salka Viertel und Victoria Wolf als Drehbuchautorinnen in Hollywood erfolgreicher waren als z.B. Brecht, Heinrich Mann oder Alfred Döblin. Die Aufnahmen von Autorinnen wie Marielusie Fleißer, Gertrud Kolmar, Elisabeth Langgässer, Luise Rinser, Ruth Schaumann und Clara Viebig, die keine Exilschriftstellerinnen waren, wird damit erklärt, daß ihre Bücher verboten wurden, sie nicht mehr veröffentlicht wurden und der NS-Verfolgung ausgesetzt waren. Die Hinweise auf Deportaiton und Massenmord in NS-Vernichtungslagern bezeichnen die leidvolle Bilanz.

Mit der Aufarbeitung der seit 1995 veröffentlichten Titel stellt das Lexikon ein unentbehrliches Hilfsmittel für die Exilforschung dar.

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