Rezension zu Der globalisierte Mensch

Soziologische Revue. Besprechungen neuer Literatur, 1. Januar 2007

Rezension von Regine Herbrik

Ausschnitt aus einer Sammelbesprechung zum Thema:

Auch der von Wolfgang Hantel-Quitmann und Peter Kastner (2004) herausgegebene Sammelband beansprucht, einen relevanten Teilaspekt der Globalisierung – deren Folgewirkungen auf der individuell-menschlichen Ebene – zu behandeln. Damit wird ein durchaus wenig behandeltes, aber äußerst bedeutsames Thema adressiert. Denn in den Globalisierungsdebatten tauchen Menschen als »Handelnde« und »Behandelte«, als Nutznießer und als Leidtragende von Globalisierungsprozessen relativ selten und wenn, dann eher in der Opferrolle auf. Programmatisch formulieren die Herausgeber: »Wir verbleiben bei dem Versuch, die Auswirkungen der Globalisierung auf konkretes Handeln und Erleben von Menschen zu beschreiben. Es geht uns um Wahrnehmen, um Sensibilisierung, um ein Sichtbarmachen der Auswirkungen der ›Globalisierung‹ auf Menschen. Dabei umkreisen wir eher das Thema, als es aus einer Perspektive her zu beschreiben« (10). Das ist eigentlich schade, denn die Qualität aller hier zu besprechenden Sammelbände korreliert damit, ob sie einen erkennbaren roten Faden, eine eindeutige Perspektive oder einen klar eingegrenzten Erkenntnisgegenstand haben – für sehr breit angelegte Herausgeberbände ist die Globalisierungsdiskussion inzwischen zu weit fortgeschritten. Schade ist auch, dass sich nur etwa die Hälfte der 14 Beiträge tatsächlich mit dem Thema des »Menschen in der Globalisierung« bzw. des »globalisierten Menschen« beschäftigt. Dies schmälert nicht unbedingt den Wert der Einzelbeiträge, wohl aber den der Veröffentlichung insgesamt.

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