Rezension zu »Liebe auf Abwegen« (PDF-E-Book)

Wetzlardruck GmbH (06.-12.11.2008)

Rezension von Guntram Lenz

Spätestens seit Hitchcock und Bergman ist das Kino auch für Psychologen interessant geworden. Bieten Filme dem Betrachter doch die Möglichkeit, das dort Gezeigte als Verschlüsselung des eigenen Unbewussten zu verstehen oder das Eigene als Fremdes beruhigt auf der Leinwand zu belassen.

In die Abgründe und Abwege der Liebe führt der von Mathias Hirsch im Gießener Psychosozial-Verlag veröffentlichte kenntnisreiche und spannend zu lesende Band »Liebe auf Abwegen« (198 Seiten, 22,90 Euro), in dem deren Spielarten in Filmen psychoanalytisch betrachtet werden.

Hirsch entwirft dabei ein breites Spektrum von der Mutterliebe wie in Bergmans ,»Herbstsonate« und der Sohnesliebe (Hitchcocks »Vögel«) über Inzest (Chabrols »Die Blume des Bösen«) und verschiedene Formen der Perversion (Bunuels »Belle de Jour« und Cavanis »Nachtportier«) bis zur Ehe (Molls »Lemminge«), zur Selbstliebe (Herzogs »Aguirre«), zur Liebesunfähigkeit (Sautets »Ein Herz im Winter«) und zur Psychotherapie (Lecontes »Intime Fremde«).

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