Rezension zu Film und Psychoanalyse

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Rezension von Jürgen Hoppermann

In »Film und Psychoanalyse« aus dem Gießener Psychosozial-Verlag behandeln eine ganze Reihe von Psychoanalytikern, Nervenärzten und Psychiatern das Metier Film.

Man kann sich in diesem Buch ganz wunderbar mit Nervenstörungen jeglicher Art befassen, ohne selber in Verdacht zu kommen, ein Klatsche zu haben, eine Schraube locker oder was auch immer. Schließlich handelt es sich hier nicht um ein Therapie-Buch, und den Autoren ist es auch vollkommen egal, ob man nun seelisch krank ist oder auch nicht. Das spielt überhaupt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass man gerne ins Kino geht und/oder Spielfilme im Fernsehen anschaut. Das ist die einzige Kompetenz, die man für die Lektüre braucht.

Nun, ehrlich gesagt ist das nur die halbe Wahrheit. Man muss auch eine ganze Menge Disziplin mitbringen, wenn man als psycho-analytischer Laie etwas mit diesen teilweise doch sehr akademisch geschriebenen Texten anfangen will. Doch die Mühe lohnt sich!

Mich persönlich hat das Kapitel mit der verheißungsvollen Überschrift »Die Architektur der erogenen Zonen« am meisten angezogen, erstens natürlich auch rein psychoanalytischen Gründen, zweitens weil es um »Matrix« geht, und drittens zugegebener Maßen wegen der Überschrift. Und da wir gerade dabei sind: Psychoanalyse ist zum einen zwar hochkompliziert, macht zum anderen aber auch eine ganze Menge Vergnügen, beschäftigt sie sich doch vornehmlich mit unseren verborgenen und geheimen Lüsten und Begierden, absolut tabulos und total tiefgehend.

Wer jetzt Lust bekommen hat, sich mit Film und Psychoanalyse zu beschäftigen, der begebe sich jetzt bitte nicht zum Nervenarzt, sondern erst einmal in die nächste Buchhandlung und dann ins Kino.

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