Rezension zu Sequentielle Traumatisierung bei Kindern

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Rezension von Roland Kaufhold

Als Jude wurde er verfolgt, floh aus Deutschland in die Niederlande. Er arbeitete dort in der Untergrundbewegung, wurde nach dem Krieg Psychoanalytiker und arbeitete auf der Basis der freudschen Schriften mehrere Jahrzehnte lang mit schwer traumatisierten jüdischen Kindern und Jugendlichen.

Knapp 70jährig verfasste er eine Promotion über Traumatisierungsprozesse, welche zu einem Grundlagenwerk eines pädagogisch-therapeutischen Verständnisses von schweren Traumatisierungen wurde.
Unmittelbar nach dem Krieg gründet Keilson, durch eine gewissse "euphorische Stimmung" (Keilson 1984, S. 921) angesichts der konkreten Möglichkeit, den zahllosen Opfern der Nazis handelnd zu helfen, beflügelt, zusammen mit anderen Überlebenden die jüdische Kriegswaisenorganisation "Le Ezrat Hajeled"

Seine dortige psychotherapeutische und gutachterliche Tätigkeit bildet den Ausgangspunkt für seine umfangreiche, auf einer elfjährigen Forschungstätigkeit beruhenden empirischen Studie über die langfristigen und tiefgreifenden Traumatisierungsprozessen bei jüdischen Kriegswaisen, bei "hidden children" (s. Keilson 1949). 1979 promoviert der inzwischen 70jährige hierüber. Da ihm ein Zugang zu einem Großteil der Akten der mehr als 2000 "jüdischen Kriegswaisen in den Niederlanden" ermöglicht wird analysiert er exemplarisch das Schicksal von 204 jüdischen Kindern.
Seine wegweisende Studie erscheint im gleichen Jahr unter dem Titel "Sequentielle Traumatisierung bei Kindern. Deskriptiv-klinische und quantifizierend-statistische follow-up-Untersuchung zum Schicksal der jüdischen Kriegswaisen in den Niederlanden." Dem Buch voran stellt er den Satz: "An Stelle eines Kaddisch." Das umfangreiche Werk, dessen statistischen Teil er in Zusammenarbeit mit einem befreundeten Mathematiker erarbeitet, wird immer wieder von neuen Verlagen aufgelegt, kürzlich wurde ihr dauerhafter Erhalt durch eine Neuauflage beim renommierten Gießener Psychosozial-Verlag gesichert. Schrittweise avancierte sie in der Fachliteratur zu einem unverzichtbaren Grundlagenwerk für eine Arbeit auch für die schrecklich vielen traumatisierten Kinder und Jugendlichen, die heute bei uns Zuflucht suchen (vgl. Becker 1992, Hirsch 2007, Kaufhold 2001).
Seine dortige psychotherapeutische und gutachterliche Tätigkeit bildet den Ausgangspunkt für seine umfangreiche, auf einer elfjährigen Forschungstätigkeit beruhenden empirischen Studie über die langfristigen und tiefgreifenden Traumatisierungsprozessen bei jüdischen Kriegswaisen, bei "hidden children" (s. Keilson 1949). 1979 promoviert der inzwischen 70jährige hierüber. Da ihm ein Zugang zu einem Großteil der Akten der mehr als 2000 "jüdischen Kriegswaisen in den Niederlanden" ermöglicht wird analysiert er exemplarisch das Schicksal von 204 jüdischen Kindern.
Seine wegweisende Studie erscheint im gleichen Jahr unter dem Titel "Sequentielle Traumatisierung bei Kindern. Deskriptiv-klinische und quantifizierend-statistische follow-up-Untersuchung zum Schicksal der jüdischen Kriegswaisen in den Niederlanden." Dem Buch voran stellt er den Satz: "An Stelle eines Kaddisch." Das umfangreiche Werk, dessen statistischen Teil er in Zusammenarbeit mit einem befreundeten Mathematiker erarbeitet, wird immer wieder von neuen Verlagen aufgelegt, kürzlich wurde ihr dauerhafter Erhalt durch eine Neuauflage beim renommierten Gießener Psychosozial-Verlag gesichert. Schrittweise avancierte sie in der Fachliteratur zu einem unverzichtbaren Grundlagenwerk für eine Arbeit auch für die schrecklich vielen traumatisierten Kinder und Jugendlichen, die heute bei uns Zuflucht suchen (vgl. Becker 1992, Hirsch 2007, Kaufhold 2001).

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