Rezension zu 20 Jahre deutsche Einheit - Facetten einer geteilten Wirklichkeit

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Rezension von Kathleen Kühne

Der vorliegende Titel »20 Jahre deutsche Einheit – Facetten einer geteilten Wirklichkeit« ist 2010 im Psychosozial-Verlag erschienen. Die Herausgeber Elmar Brähler und Irina Mohr stellten in Ihrem Buch Beiträge einer Reihe von Autoren zur gegenwärtigen Lage der Nation zusammen. Dabei wurden laut Vorwort sowohl empirische Forschungsergebnisse zur Lage der Menschen im vereinten Deutschland als auch politische, soziale und ökonomische Analyse zur inneren Einheit eingebunden.

Das Buch besteht passenderweise aus 20 Kapiteln mit teils sehr kreativen Titeln, die sich mit Eigentumstransformation in Ostdeutschland, den Folgen der Wiedervereinigung auf die Situation im heutigen Europa, den Resten der DDR-Identität, der Erinnerung, Wahrnehmung und Bewertung, der Entwicklung des Tabakkonsums und Adipositas und vielem mehr beschäftigen. Ich werde im Folgenden ein paar ausgewählte Kapitel kurz näher beleuchten:

Gleich das erste Kapitel »Voll geschäftsfähig« von Jakob Hein empfand ich als eine sehr gelungene Einleitung und es beinhaltet einen Glückwunsch des Autors an die Bundesrepublik.

Im dritten Kapitel »Sieben Wunder der Vereinigung« beschreibt der Journalist Peter Bender die innen- und außenpolitische Lage in den Wendejahren und die Schritte die letztendlich zum Fall der Mauer führten. Man kann in der Tat von Wunder sprechen, dass es letztendlich zur Wiedervereinigung kam.

In Kapitel 9 »Epidemiologische Aspekte der Familiengründung – was hat sich in den letzten 20 Jahren verändert« gibt eine Autorengruppe aufbauend auf der Sächsischen Längsschnittstudie, die 1987 begann, einen Überblick über die Entwicklungen zum Thema Familienplanung und -gründung. Dabei wird deutlich, wie wichtig es für den Osten Deutschlands ist und künftig sein wird sich mit dem Bevölkerungsrückgang auseinanderzusetzen.

Ulrich Kasparicks Artikel zu »Ostdeutschland als Zukunftslabor: Neue Aufgaben für neue Generationen« hat mir auch sehr gut gefallen. Nun nach 20 Jahren ist zwar schon vieles erreicht, einige Probleme aber noch ungelöst und ganz neue werden, gerade auch wegen des demographischen Wandels, erst auftreten und zu lösen sein.

Am Ende des Buches befindet sich auch ein ganz interessantes Autorenregister mit kurzer Vita der einzelnen Autoren.

Ich finde, es ist eine sehr schöne Themenzusammenstellung gelungen. Es gibt keine unnötige Redundanz und das Thema wird von vielen Blickwinkeln aus betrachtet. Gerade für mich, als in der DDR Geborene und nun im Westen der Republik Lebende, waren die Analysen sehr spannend. Ich finde in diesem Buch ist eine faszinierende und fesselnde Kombination aus Vergangenheit, Gegenwart und teilweise auch Zukunft gelungen, die zudem auch sprachlich sehr gut umgesetzt wurde und verständlich ist. Ich kann das Buch guten Gewissens jedem an dem Thema Interessierten empfehlen.

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