Rezension zu Die Lüge und das Politische

Literaturblog des Institut50plus

Rezension von Horst Grenz

»Carmen Dege hat ein sehr schönes Buch vorgelegt: ›Die Lüge und das Politische‹. Es klingt wie ein altes vertrautes Paar. Jeder kennt es – nur die Politiker erwecken den Eindruck, als begegnete es ihnen zum ersten Mal – sie rechnen darauf, dass man ihnen das Schauspiel abnimmt.«
Klaus-Jürgen Bruder

Die Sicherheitsdebatte der letzten Jahrzehnte ist geprägt von einem Konflikt zwischen staatlich zu gewährender Freiheit und dazu nötiger Sicherheit. Möglich wird dieser Diskurs durch die Verdrängung einer spezifischen Vorstellung von Freiheit, der dieses Buch gewidmet ist. Freiheit wird zur organisierten Lüge, die politisches Handeln ausschließt. Der Konflikt zwischen Freiheit und Sicherheit entpuppt sich dabei als nur scheinbar unabwendbar, als Illusion einer maßgeblich an Prävention und Absicherung orientierten Gesellschaftspolitik.

Der Autorin gelingt es mit ihrer Analyse, das Verständnis des Problemkreises zu erweitern. Darüber hinaus betritt sie theoretisches Neuland, indem sie anhand der Arendt’schen Philosophie eine Konzeption der Lüge weiterentwickelt, die bislang sowohl in der Literatur zur Lüge als auch in der Arendt-Debatte nur marginal gewürdigt wurde.

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