Rezension zu Hauptsache Fußball (PDF-E-Book)

Sächsische Zeitung

Soziologen untersuchen Männlichkeitsrituale

Fußball braucht Gegner. Er weckt Aggressionen. Der Einzelne fühlt sich stark in der Gruppe. Spiel wird zum Kampf. Männlichkeit will sich darstellen als unüberwindbar. Sozialarbeiter versuchen Schadensbegrenzung. Muß es einen da wundern, daß Psychologen und Soziologen den Fußballrasen als reiches Feld ihrer Forschungen sehen?

Die Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit in Dresden veranstaltete Vorlesungen zu diesem Thema. Drei Professoren geben einen Band heraus, der das Phänomen wissenschaftlich betrachtet. Es sind höchst lesenswerte Kapitel über die symbolische Bedeutung des Balles oder die Abscheu des Intellektuellen gegenüber animalischer Fußarbeit. Die Autoren sehen sich nicht nur in Kabinen und VIP-Logen um, sie haben das Ganze im Blick: Der globalisierte Kapitalismus, stellen sie fest, verschafft sich soziale„Erdung“ und damit Akzeptanz bei den Massen durch Unterstützung des Profifußballs. Als prominentester Gehilfe wird Franz Beckenbauer dingfest gemacht.

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