Rezension zu Film und Psychoanalyse

BVVP-Magazin

Rezension von Dr. Karl-Rüdiger Hagelberg

»Der Titel des Buches könnte auch »Film in Psychoanalyse« oder ähnlich lauten. Die Autoren besprechen bekannte internationale Filme auf mehreren Ebenen: - im jeweiligen Film mit den Beziehungen, Konflikten oder unbewussten Strebungen seiner Protagonisten; - in oft verschachtelten Wirklichkeiten virtueller Welten innerhalb der Filme - und in den Beziehungen zwischen Regisseuren und Filmen, wie auch zwischen Filmen und Zuschauern. Es sind vielschichtige, kluge und oft bewegende Filmbesprechungen zur Thematik Identität und Lebensrealität entstanden. Das Medium Film, heißt es in der Einführung, unterliege dem Trend, die Frage nach den »Bedeutungen« durch »Erregung« zu ersetzen. Die Filmanalyse verstehe Filme dagegen als Oberflächenphänomene oder Symptome vor- oder unbewusster soziokultureller Befindlichkeiten oder Entwicklungen. Traumarbeit oder die Vorstellung vom Primärprozess seien leitende Paradigmen bei der »filmischen Trias«: ›Einstellung‹ die Intentionen des Filmes, ›Darstellung‹ seine Repräsentation und »Vorstellung«, seine Imaginationen. Der Gedanke, dass Film, Traum, analytische Arbeit verwandt sind, durchzieht das Buch. So wie der Film wie ein Analysand angesehen werden könne, würden auch die Zuschauer durch ihn in eine eigene Psychodynamik einbezogen. Die besprochenen Filme scheinen entsprechend ausgewählt.«



»Die Kunst dieses Buches ist es, dass der Leser sich mit seiner Wirklichkeit in die Verknüpfungen der filmischen Identitäts- und Realitätsebenen einbezogen fühlt. Man muss dazu nicht alle Filme gesehen haben. Hier liegen Texte vor, die einen Anstoß geben, es nachzuholen.«

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