Rezension zu Beziehung und Bildung in der kindlichen Entwicklung

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Rezension von Johannes Rieger

Der an der Hochschule Darmstadt als Professor für Pädagogik tätige Thilo Maria Naumann beschäftigt sich in seinem Buch »Beziehung und Bildung in der kindlichen Entwicklung«, welches 2010 im Psychosozial Verlag als Softcover erschienen ist, mit dem wohl wichtigsten und gleichzeitig schwierigsten Thema frühkindlicher Pädagogik: Der Suche nach Bedingungen, welche Entwicklungs- und Bildungsprozesse in der frühen Kindheit gelingen lassen ungeachtet der derzeit schwierigen und vom Autor kritisch gesehenen gesellschaftlichen Verhältnisse. Naumann verbindet dieses Erkenntnisinteresse mit dem Ziel, auf Grundlage dieses Wissens den Rahmen pädagogischer Arbeit entsprechend anzupassen.

Zum Aufbau des Buches lässt sich folgendes sagen: »Beziehung und Bildung in der kindlichen Entwicklung« ist inhaltlich gesehen in zwei größere Einheiten unterteilt. Im ersten Teil des Buches (Kapitel eins bis drei) liefert Naumann dem Leser das nötige Fachwissen über Theorien kindlicher Entwicklung (Kapitel eins), um danach in Kapitel zwei eine differenzierte Beschreibung der derzeit vorherrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse und deren Folgen für die soziale Arbeit vorzunehmen. Mit einer Auseinandersetzung mit einzelnen gesellschaftlichen Bedingungsaspekten kindlicher Entwicklung und Sozialisation wie etwa dem Fernsehen als Sozialisationsfaktor endet der erste Teil des Buches.

Unter Bezugnahme auf die im ersten Teil des Buches erarbeiteten Inhalte werden im zweiten Teil, in den Kapiteln vier und fünf, nun mehr Schlussfolgerungen und Konsequenzen für die pädagogische Arbeit vorgestellt, deren Aufgabe Naumann vor allem darin sieht, einen Rahmen für Fantasie, Dialog, Partizipation und forschendes Lernen zu liefern.

Naumann liefert mit seinem Buch »Beziehung und Bildung in der kindlichen Entwicklung - Psychoanalytische Pädagogik als kritische Elementarpädagogik« insgesamt gesehen einen vielschichtigen, durchaus kritischen und nach meinem Dafürhalten interessanten Beitrag zu einem der wichtigsten, um nicht gar zu sagen zu dem wichtigsten Thema frühkindlicher Bildung und Erziehung, der sich meines Erachtens nicht ausschließlich an in diesem Arbeitsfeld tätige Personen richtet.


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